EU-weite Selbstverpflichtung: Elf Konzerne wollen Kinder unter 12 Jahren nicht mit Werbung ansprechen

Mittwoch, 12. Dezember 2007
Lebensmittelkonzerne kooperieren mit der EU
Lebensmittelkonzerne kooperieren mit der EU

In Brüssel gehen elf große Markenartikler an die Öffentlichkeit. Burger King, Coca Cola, Groupe Danone, Ferrero, General Mills, Kellog's, Kraft, Mars, Nestlé, Pepsico und Unilever haben sich der EU Plattform für Ernährung, körperliche Bewegung und Gesundheit angeschlossen. Bis Ende 2008 wollen sie in der Werbung Regeln der Selbstverpflichtung umsetzen. Nach eigenen Angaben geben die Konzerne zwei Drittel der Werbegelder für Nahrungsmittel und Getränke in der EU aus. Anfang des kommenden Jahres wollen sie die genauen freiwilligen Richtlinien auf der Website Eu-pledge.eu veröffentlichen. Bis Ende des 2008 will jedes der Unternehmen die Regeln auch umgesetzt haben. "Die Produktwerbung für Kinder unter 12 Jahren soll bestimmten international gültigen Guidelines entsprechen", erklärt Unilever-Deutschland-Sprecherin Katja Praefke die Initiative. "Wir halten uns seit etwa einem Jahr an die Richtlinien und freuen uns, dass nun weitere Unternehmen so handeln", so Praefke gegenüber HORIZONT.NET. Produkte, die diese Kriterien nicht erfüllen, sollen dann künftig nicht gegenüber Kindern unter 12 Jahren beworben werden. Dazu zählen die elf Unternehmen die TV- und Print-Werbung sowie die Werbung im Internet. Das bezieht sich auf Medien, die ein mehr als 50-prozentiges Publikum von Unter-12-Jährigen haben. "Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass Kinder sich gesünder und ausgewogener ernähren und bewegen", sagt Praefke. Damit die Konsumenten sich informieren könnten, setze man auch auf die Veröffentlichung auf der Website.

Auch in der Viersener Mars-Zentrale hält man Themen wie Verbraucher-Information und Werbung für wichtige Themen. "Deshalb ist es wichtig für die Industrie, auch Signale zu setzen", so Fritz Schröder-Senker, Chef der Unternehmenskommunikation. "Wir freuen uns, dass sich nun Unternehmen über verschiedene Bereiche hinaus an der Initiative beteiligen", sagt Schröder-Senker.

"Wir begrüßen das unabhängige Monitoring, das die Transparenz gegenüber Verbrauchern und Öffentlichkeit glaubhaft und überprüfbar verdeutlicht." Dazu zählt für die neue Initiative nach ihrer Pressemitteilung auch die Regel, an Grundschulen keinerlei kommerzielle Kommunikation zu betreiben, es sei denn, Schulverwaltungen würden Werbematerial ausdrücklich für schulische Zwecke anfordern.



Die Initiative ermuntert weitere Unternehmen, ihr beizutreten. Direkt ab Januar 2009 wird die Einhaltung der Selbstverpflichtung durch die EU-Kommission unabhängig überprüft. Die Selbstverpflichtungs-Initiative reagiert damit auf die 2005 von EU-Kommissar Markos Kyprianou angeregte Plattform, der bisher 34 große Organisationen angehören, von Industrieunternehemen bis hin zu NGOs. tk
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