EU-Produktrichtlinie: Sorgenfalten bei Tabakindustrie-Vertretern

Freitag, 14. September 2012
Tabakwarenindustrie gibt sich heute auf der Inter-tabac ein Stelldichein
Tabakwarenindustrie gibt sich heute auf der Inter-tabac ein Stelldichein

Mit zunehmender Besorgnis blickt die Tabakindustrie nach Brüssel. Stimmen die jüngsten Medienberichte über die Pläne von EU-Gesundheitskommissar John Dalli zur Regulierung von Tabakerzeugnissen, rechnet die Branche mit gravierenden Folgen. Rainer von Böttcher, Präsident des Bundesverbands des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE), sieht unter anderem 250.000 Arbeitsplätze im europäischen Tabakwareneinzelhandel gefährdet. "Wenn wir in unseren Geschäften weder für Tabakwaren werben noch diese zeigen dürfen, dann gefährdet dieser Plan die Existenz zahlreicher Händler und die Arbeitsplätze tausender Angestellter im Tabakwareneinzelhandel in Deutschland", sagte von Böttcher heute zum Auftakt der Fachmesse Inter-tabac in Dortmund. "Die im Grundgesetz verankerte Berufsfreiheit wäre damit nicht mehr gegeben." Marianne Titz, Geschäftsführerin des Deutschen Zigarettenverbandes (DZV), machte die Position der Zigarettenhersteller bereits im Vorfeld deutlich: "Bei diesen Plänen handelt es sich um einen gravierenden Eingriff in die Marken- und Eigentumsrechte einer legalen Industrie, ohne dass die angestrebten gesundheitspolitischen Zielen erreicht werden."

Den Presseberichten zufolge sollen gemäß dem Entwurf einer überarbeiteten Tabak-Produkt-Richtlinie beispielsweise Zigarettenverpackungen und -formate vereinheitlicht werden. In Geschäften dürften in der Zukunft Tabakwaren nicht mehr uneingeschränkt zur Schau gestellt werden, zudem würde eine Umsetzung wohl das Aus für den Schnupftabak bedeuten. fo
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