EMI meldet Zahlungsschwierigkeiten nach Milliardenverlust

Freitag, 05. Februar 2010
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Die Lage spitzt sich zu. Der britische Musikkonzern EMI ist mit 408 Millionen Pfund hoch verschuldet. Jetzt warnt das Traditionshaus vor Zahlungsschwierigkeiten. Um liquide zu bleiben, benötigt EMI dringend eine Finanzspritze in Höhe von rund 100 Millionen Pfund von seinem Eigentümer Terra Firma. Das Musikunternehmen hat einen Nettoverlust von 1,57 Milliarden Pfund erlitten. Im Vorjahr waren es 0,41 Milliarden Pfund. Als Hauptgrund hierfür gelten Abschreibungen auf den Katalog des Tonträger- und Verlagsgeschäfts von EMI in Höhe von 1,04 Milliarden Pfund.

Terra Firma hatte EMI im Herbst 2007 für vier Milliarden Pfund übernommen und den Deal mit hohen Schulden bei der US-Bank Citigroup belastet. Einer dieser Darlehen droht nun offenbar zu platzen. Zudem wirft das Label der Citigroup vor, sie bei der Übernahme mit einem überhöhten Preis über den Tisch gezogen zu haben. Das Verfahren läuft vor einem Gericht in New York. Wirtschaftsprüfer der KPMG zweifeln am Fortbestand des Unternehmens, das unter anderem Coldplay, Robbie Williams und Depeche Mode unter Vertrag hat.

Die Branche kämpft seit Jahren gegen Raubkopien und illegale Online-Börsen. EMI hat einen Sanierungsplan aufgelegt und 2000 Stellen gestrichen, um wieder zu Rivalen wie Universal Music Group und Warner Music Group aufzuschliessen. In den Streitereien kamen dem Label jedoch inzwischen Künstler wie die Gruppe Radiohead abhanden. jm
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