E-Postbrief: Deutsche Post setzt auf neue Features und weitere Werbung

Donnerstag, 22. März 2012
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Der E-Postbrief ist einer der Hoffnungsträger der Deutschen Post. Gerade deshalb war man beim Gelben Riesen in Bonn gestern alles andere als glücklich, als das "Handelsblatt" titelte "Letzter Anlauf für den E-Postbrief". Das Gegenteil sei der Fall, heißt es in Bonn, der Konzern investiere. Fakt ist, das Unternehmen gründet eine GmbH mit Sitz in Bonn und Berlin, die sich um weitere Entwicklungen bei dem digitalen Produkt kümmern soll. Noch mehr Nutzen, leichters Handling, ein noch verfeinertes Angebot ist das Ziel. So soll noch vor dem Sommer 2012 der neue Online-Identifikationsdienst E-Postident starten. Für das vierte Quartal ist die einfache und sichere Rechnungszahlung über das E-Postbrief-Portal geplant. Zudem will die Post bis Jahresende Behörden auch den gesetzlich festgelegten De-Mail-Standard anbieten.

Berlin als Standort habe das Unternehmen bewusst gewählt, weil in der Bundeshauptstadt besonders kreative IT-Spezialisten zu finden seien. Insgesamt werde die E-Post-Abteilung von derzeit 260 Mitarbeiter auf 415 anwachsen.

Fakt ist aber auch, dass das Unternehmen seit dem Start vor eineinhalb Jahren noch nicht die Resonanz erzielt hat, die sich die Führungsspitze gewünscht hat. So erklärte etwa Mitte Februar Brief-Vorstand Jürgen Gerdes der "Financial Times Deutschland": "Wir haben am Anfang gesagt, dass der E-Postbrief etwa drei bis fünf Jahre benötigt. Es können aber auch sechs Jahre werden." Bisher nutzen nach nach eigenen Angaben rund eine Million Privatnutzer, rund 4000 mittelständische Unternehmen und mehrere 100 Großkunden den E-Postbrief. Und auch das ist eine weitere Tatsache: Mit dem erfolgten Start des De-Mail-Konsortiums mit Telekom und United Internet an der Spitze droht dem First Mover jetzt ein scharfer Wettbewerb.

Dennoch will Jürgen Gerdes keinen Zweifel an dem Erfolgswillen der Post aufkommen lassen.  "Wir werden unseren E-Postbrief wie geplant weiterführen", sagte der Manager bei der Bilanzpressekonferenz Anfang des Monats. Die Investition ist dafür ein Zeichen, ein anderes das Festhalten an den Werbeaktivitäten. Im gesamten Jahr wird die Post die Kampagne für den E-Postbrief fortsetzen, heißt es auf Nachfrage von HORIZONT.NET. Der Fokus der Kampagne soll dabei auf Print und Online liegen. Zur CeBIT, der weltgrößten Computermesse, hatte die Post die "Ja"-Kampagne gestartet, in der sich Prominente und Geschäftskunden zum E-Postbrief bekennen, darunter etwa Rudi Völler und Microsoft. Zu sehen sind die Motive unter anderem im "Spiegel". In den nächsten zwei Wochen will die Post weitere Geschäftskundenmotive nachschießen. Zudem ist der E-Postbrief beim Comeback von BMW in der DTM als „Premium Partner BMW Motorsport“ mit von der Partie. Bei den Testfahrten im portugiesischen Estoril feierte der gelbe BMW-E-Postbrief-Flitzer mit Fahrer Dirk Werner vom Team Schnitzer seine Premiere.

Bislang hat die Post in diesem Jahr nach Nielsen brutto vier Millionen Euro in die Werbung investiert. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von knapp 113 Prozent. Insgesamt hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr knapp 27 Millionen Euro in die Bewerbung ihres Hoffungssträgers gesteckt. mir
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