E-Plus greift mit Simyo im Billigsegment an

Montag, 30. Mai 2005
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E-Plus läutet eine neue Preisrunde im deutschen Mobilfunkmarkt ein. Um das Kundenwachstum anzukurbeln, startet die Nummer 3 der hiesigen Netzbetreiber in dieser Woche mit Simyo eine neue Mobilfunkmarke für preisbewusste Handynutzer. Das Angebot wird ab sofort mit einem TV-Spot auf Privatsendern sowie im Internet beworben (Agentur: Aimaq Rapp Stolle, Berlin; Planung und Eiunkauf: Zenith More Media, Düsseldorf). Eigenen Angaben zufolge will das in Düsseldorf ansässige Unternehmen mit dem Mobilfunk-Discounter Kundengruppen ansprechen, die viel Wert auf einfachen und preiswerten Mobilfunk legen und die regelmäßig das Internet nutzen. Dabei hat E-Plus vor allem Bestandkunden seiner Wettbewerber Vodafone, T-Mobile und O2 im Visier, die Gefahr einer Kannibalisierung der eigenen Kundenbasis wird als gering eingeschätzt.

Der ebenfalls in Düsseldorf ansässige Mobilfunk-Discounter, an dem E-Plus mit 90 Prozent und das Management um Geschäftsführer Rolf Hansen mit 10 Prozent beteiligt ist, bietet ab dieser Woche Mobilfunkkarten - so genannte SIM-Karten - ohne Vertragsbindung zu besonders günstigen Konditionen an, die ausschließlich im Internet erworben und aufgeladen werden können. Mit einem Minutenpreis von 19 Cent rund um die Uhr für alle Anrufe innerhalb Deutschlands sowie 14 Cent für den SMS-Versand zahlen Simyo-Kunden deutlich weniger als bei herkömmlichen Netzbetreibern, dafür fällt jedoch jeglicher Service weg. So gibt es bei dem Mobilfunkangebot weder subventionierte Handys noch die sonst übliche kostenlose Hotline oder die Beratung im Geschäft.

"Das Modell ist vergleichbar mit dem Prinzip der No-Frills-Anbieter im Airline-Markt: Der Kunde verzichtet auf Extras, dafür fliegt er zum Sparpreis - ohne Abstriche bei der Qualität des Kernprodukts hinnehmen zu müssen", erklärt Uwe Bergheim, Vorsitzender der E-Plus Geschäftsführung. Laut Bergheim ist das Bedürfnis nach einfachen und preiswerten Tarifen groß: "Rund 60 Prozent der Kunden in Deutschland wären bereit, auf persönliche Beratung und ein günstiges Handy zu verzichten, wenn sie dafür günstiger telefonieren könnten." Genaue Kundenziele bleibt Bergheim allerdings schuldig.

Simyo ist nicht der erste Versuch von E-Plus, mit neuen Marken weitere Zielgruppensegmente abzudecken. So bietet seit wenigen Monaten etwa die Jugend-Community Uboot.com gemeinsam mit E-Plus ein Prepaid-Angebot unter dem Label Schwarzfunk an. Und der Hamburger Onlinedienst Freenet hat mit Freenet-Phone kürzlich ebenfalls ein Angebot gestartet, das auf dem E-Plus-Netz basiert. Auch die Wettbewerber haben erste Kooperationen gestartet, um im Billigsegment Fuß zu fassen. So arbeitet etwa O2 mit Tchibo zusammen, und der Bonuskartenbetreiber Payback hat kürzlich zusammen mit der "Bild"-Zeitung den Verkauf eigener Handyverträge über das Vodafone-Netz gestartet. T-Mobile arbeitet bislang nur in Großbritannien mit der Billigfluglinie Easyjet zusammen. mas
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