E-Plus baut Prämiensystem Gettings um

Donnerstag, 12. August 2010
Gettings-Chef Daniel Euler
Gettings-Chef Daniel Euler

E-Plus bastelt am Geschäftsmodell seiner Werbetochter Gettings. Das Mitte 2009 in Düsseldorf gegründete Unternehmen wird seinen sogenannten Reklameregler Ende August in der bisherigen Form einstellen. Das kündigt Geschäftsführer Daniel Euler gegenüber HORIZONT.NET an. Bei dem Reklameregler handelt es sich um eine Art Bonussystem: E-Plus-Kunden konnten sich bislang Werbe-SMS zu ausgewählten Themen auf ihr Handy schicken lassen und erhielten im Gegenzug Freiminuten für Telefonate. Damit ist Ende des Monats Schluss. Im September will Euler Gettings überarbeiten, um den Service im 4. Quartal neu zu starten.

Die vielleicht weitreichendste Änderung ist die Ausdehnung der Zielgruppe: So soll sich Gettings nicht mehr nur an E-Plus-Kunden, sondern an alle Mobilfunknutzer richten. Ansonsten bleibt Euler vage. Klar ist, dass sich Gettings bei der Kundenansprache vom bisherigen Fokus auf Push-Werbung verabschieden und verstärkt auf den Pull-Ansatz setzen will. Dabei bekommen Nutzer nicht wahllos Werbebotschaften zugeschickt, sondern werden über einen Werbeträger dazu animiert, selbst eine Werbeinformation anzufordern.

Wegfallen soll auch der monetäre Anreiz: Anstelle von „Werbung gegen Geld“ soll das Motto künftig „Werbung gegen Vorteile“ lauten. Was das konkret heißen soll, erklärt Euler nicht. Nutzer sollen aber weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Interessen anzugeben.

Über die Gründe für den Richtungswechsel kann nur spekuliert werden. Laut Euler hat Gettings die internen Ziele leicht übertroffen. Nutzerzahlen nennt er aber genauso wenig wie Umsätze. mas
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