Dudenhöffer: "2010 kommt die Insolvenzwelle"

Freitag, 10. Juli 2009
Ferdinand Dudenhöffer
Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer warnt für 2010 vor einer großen Insolvenzwelle im deutschen Automarkt. Nach den hohen Abverkaufszahlen durch die Abwrackprämie werde der Markt 2010 "in ein sehr, sehr tiefes Loch fallen", sagt der Autoexperte. Sein Standpunkt: "Die Abwrackprämie darf auf keinen Fall verlängert werden". Dudenhöffer zufolge hat die staatliche Zuschusszahlung zu jedem Neuwagenkauf den Automobilhandel auf Jahre hin beeinflusst. Aktuell mache sich, kurz bevor die Budgets erschöpft sind, eine "Panik bei den Käufern breit". Für das gesamte Jahr 2009 hält der Experte der Universität Duisburg-Essen die Zahl von 3,6 Millionen Neuwagenkäufen für realistisch.

Im nächsten Jahr rechnet Dudenhöffer dagegen mit nur 2,7 Millionen verkauften Neuwagen - die niedrigste Rate seit der Wiedervereinigung. Die Nebenwirkungen der Prämie seien bereits jetzt zu spüren: "Die Abwrackprämie hat die größte Rabattschlacht der Geschichte Deutschlands im Automarkt eingeleitet."

Während auch Premiumhersteller Preisnachlässe offen in der Werbung kommunizieren würden, liege der Durchschnitt bei den Rabatten im Moment bei 25 Prozent. "Im Handel werden, etwa auf den Nissan Micra, bis zu 58 Prozent Preisnachlass eingeräumt", berichtet der Automobilspezialist. Kombiniert mit niedrigen Verkäufen, wie sie im kommenden Jahr zu erwarten seien, würden sie den Automarkt "unbeherrschbar" machen. Eine Verlängerung der Abwrackprämie würde die Situation noch weiter verschärfen, sagt Dudenhöffer. sl
Meist gelesen
stats