Dubai fliegt aufs Waldstadion

Mittwoch, 07. April 2004

Die Fluglinie Emirates Airline will das Namensrecht am Ex-Waldstadion in Frankfurt kaufen. Allerdings ist die Rechtslage nicht geklärt, solange Eintracht Frankfurt keinen Vermarktungsvertrag mit dem Sportrechtervermarkter Sportfive unterschrieben hat.

Auf Anfrage bestätigt die Zentrale in Dubai, dass sie ein Angebot vorgelegt habe, man befinde sich jedoch erst in der Anfangsphase. Die Stadt Frankfurt weiß laut Sprecher Ralf Klinkenborg von keinem Angebot und verweist auf den Verhandlungsstand zwischen der Eintracht und Sportfive. Dass die Stadt nichts von dem Angebot wissen soll, klingt mehr als unwahrscheinlich, da sie im Moment noch über das Namensrecht verfügt.

Für den Betrieb des Stadions haben die Stadt Frankfurt sowie die Neu-Isenburger Gebäudemanagement HSG und Sportfive eine Absichterklärung unterschrieben: Die beiden Firmen sollen das Namensrecht für die Arena verkaufen dürfen, außerdem die Logen, die Parkplätze und das Catering. Bis jetzt hat Eintracht Frankfurt jedoch noch keinen Vermarktungsvertrag mit Sportfive unterschrieben. Vielmehr scheinen die Verantwortlichen die Reaktionen zu fürchten, die der Einstieg von Emirates hervorrufen könnte. Zwar hat die Fluglinie ihren Deutschland-Sitz in der Mainmetropole, das gilt jedoch für fast alle Fluglinien, die auf Deutschlands größtem Flughafen landen.

Steven Jedlicki, Aufsichtsratsmitglied bei Eintracht Frankfurt und ehemals Geschäftsführer des Vermarkters Octagon Deutschland, zeigt sich von der Offerte der Emiratis zumindest überrascht: "Als Octagon die Verhandlungen geführt hat, habe ich immer versucht, ein Unternehmen aus der Region für das Stadion zu interessieren, damit eine langfristige Glaubwürdigkeit gewahrt bleibt."

Hartmut Zastrow, Vorstandschef von Sport + Markt, glaubt indes, dass der mögliche Einstieg gut ins Portfolio der Fluglinie passen würde und hält das Angebot für einen Beleg, dass "Emirates sich sehr aggressiv auf die WM 2006 in Deutschland vorbereitet". Zastrow hält das Engagement für einen "Stich ins Herz der Lufthansa". Doch die Kranich-Airline ist vom wahrscheinlichen Emirates-Auftritt in der Region genauso wenig geschockt wie davon, dass aus Dubai die offizielle Fluglinie zur WM in Deutschland stammt. Sprecherin Amelie Lorenz: "Die Lufthansa hat kein Interesse an einem solchen Engagement." fr
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