Don't text and drive: US-Verkehrsministerium startet harte Aufklärungskampagne

Montag, 21. November 2011
-
-
Themenseiten zu diesem Artikel:

USA Facebook Aufklärungskampagne AT&T New York Twitter YouTube


Autofahrer machen während der Fahrt vieles: Sie singen, sie schreien, sie hören Radio und popeln in der Nase, lesen Zeitung oder schreiben Mails und SMS. Und wenn es ihnen Spaß macht, dann posten sie das Nummernschild des Vordermanns im Stadtverkehr auf Facebook. Einfach so. Die Technik macht es möglich und die Fahrer nutzen es. Dem US-Verkehrsministerium geht das entschieden zu weit. Die Behörde hat in den USA jetzt gemeinsam mit dem Ad Council und dem Generalbundesanwalt der Vereinigten Staaten eine Kampagne gestartet, die die Folgen von SMS-Schreiben während der Fahrt ziemlich drastisch zeigt, ohne diese wirklich im Bild zu virtualisieren. Das braucht es auch nicht wirklich. Das erledigt automatisch die Fantasie des Zuschauers angesichts der Schnitte und Bilder. The Concept Farm in New York als verantwortliche Kreativagentur ist es gelungen, das Thema provokant und dennoch ohne Blut und Tränen umzusetzen. Der Anlass ist ernst. Laut einer nationalen Studie haben 82 Prozent aller Fahrer zwischen 16 und 24 Jahren schon einmal eine SMS gelesen, während sie am Steuer eines Autos saßen. 75 Prozent haben dabei schon einmal eine SMS abgeschickt, 49 Prozent sogar mehrfach. Doch die Pro-Bono-Kampagne will nicht nur vor den Folgen der Ablenkung warnen. Die National Highway Traffic Safety Administration als Teil des Verkehrsministeriums sucht über die TV-Spots und Website den Dialog mit den Verkehrsteilnehmern. Neben Print, Radio und Outdoor setzt die Institution zudem auf die Kanäle Facebook, Twitter und Youtube.

Gleichwohl ist das Thema nicht ganz neu. Bereits im Sommer hat BMW mit einer ähnlichen Kampagne in Amerika für ziemlichen Wirbel gesorgt. Auch die Telekommunikationskonzerne Verizon und AT&T sowie die Allstate Versicherung warnten bereits in Kampagnen vor der Ablenkung am Steuer. Prominente Unterstützung gab es dabei sogar von Oprah Winfrey, die zusammen mit Chevrolet einen eindringlichen Spot produziert hat, in dem Familien von Opfern auftreten.

Fragt sich eigentlich nur noch, wann die Sicherheitswelle auch nach Deutschland schwappt. Und wer sich des Themas annimmt, Verkehrsministerium, Autohersteller, Telekommunikationsanbieter oder die Automobilclubs. Denn Textnachrichten schreiben Autofahrer hierzulande nicht nur an der Roten Ampel. mir
Meist gelesen
stats