Discounter kämpfen mit Rabattaktionen gegen Kaufblockade

Dienstag, 04. November 2008
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Die Lebensmittel-Discounter reagieren mit einer Preis- und Werbeoffensive auf den lahmenden Konsum in Deutschland. Seit dieser Woche werben Aldi, Lidl und Penny mit massiven Rabattaktionen um die Verbraucher. Bei den Werbebotschaften, die wie üblich vor allem über Anzeigen kommuniziert werden, versuchen sich die Unternehmen gegenseitig zu überbieten. Penny beispielsweise lässt keinen Zweifel daran, dass die Kunden ab sofort weniger tief in die Tasche greifen müssen. "Wir senken die Preise", lautet der plakative Slogan, mit dem die Tochter des Kölner Rewe-Konzerns ihre in der Tagespresse geschalteten, inhouse entwickelten Motive überschreibt. Der Zusatz "Dauerhaft hohe Qualität zum niedrigsten Preis" soll auch die letzten Zweifel der preisbewussten Shopper aus der Welt schaffen. Laut Penny-Geschäftsführer Günter Becker verbilligt der Lebensmittelhändler ausgewählte Artikel ab sofort um bis zu 35 Prozent. "Wir wollen ein Zeichen setzen", sagt Becker. "Unsere Kunden sollen wissen, dass wir jeden Einkaufsvorteil sofort an sie weitergeben". Flankiert werden die Anzeigenschaltungen von Plakaten und Handzetteln am Point of Sale sowie von Werbeaktivitäten im Internet.

Lidl setzt in seiner Kampagne ähnliche Schwerpunkte. "Dauerhaft Billiger" lautet die simple Botschaft, die der Neckarsulmer Discounter via Anzeigen in regionalen und überregionalen Tageszeitungen verbreitet - und mit den gesunkenen Rohstoffpreisen begründet. Dieser Vorteil, so heißt es auf den Anzeigen, werde nun an den Endverbraucher weitergegeben. Untermauert wird das Versprechen auch visuell - so wird bei jedem Produkt darauf hingewiesen, um wieviel Prozent der Preis gesenkt wurde. Dieselbe Strategie fährt Aldi. Die Mülheimer Billigkette überschreibt ihre Schweinebauchanzeigen seit dieser Woche ebenfalls prominent mit dem Slogan "Preissenkung" - und führt jedes verbilligte Produkt einzeln auf.

Dass die Discounter auch Milchprodukte deutlich billiger anbieten, dürfte zwar den Verbraucher freuen, den Konflikt zwischen Erzeugern und Handel allerdings neu beleben. Die Milchbauern hatten dem Handel im Sommer mit einem Boykott und harten Verhandlungen eine Preiserhöhung um 10 Cent abgerungen. Aus der Sicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) sind die "erdrutschartigen Preissenkungen" daher existenzbedrohend und schlichtweg eine "Katastrophe". mas
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