Dior und China verbannen Sharon Stone

Freitag, 30. Mai 2008
Screenshot der Dior-Homepage: Sharon Stone wirbt für Anti-Ageing Hautpflege
Screenshot der Dior-Homepage: Sharon Stone wirbt für Anti-Ageing Hautpflege

Die Filmfestspiele in Cannes vergangene Woche endeten für die US-Schauspielerin Sharon Stone in einem Debakel. Im Interview mit einem Fernsehsender aus Hongkong sagte sie, das Erdbeben in China sei möglicherweise durch deren umstrittene Tibet-Politik ausgelöst worden. Peking reagierte mit einer Boykottbewegung gegen die 50-Jährige – und gegen Dior. Das französische Modehaus handelte und kündigte seinen Werbevertrag mit Stone. Wortwörtlich sagte die 50-Jährige, die seit zwei Jahren für das französische Modehaus wirbt: "Ich bin nicht glücklich darüber, wie die Chinesen die Tibeter behandeln, ich denke nicht, dass man grausam zu anderen sein sollte." Weiter sagte sie: "Und dann passiert das Erdbeben und alle diese Dinge, und ich dachte mir: Ist das Karma, dass schlimme Dinge passieren, wenn du nicht nett bist?"

Die Äußerung entflammte einen Sturm der Entrüstung unter der chinesischen Bevölkerung. Laut "FAZ" wurden in dortigen Boutiquen und Warenhäusern Werbeplakate für Dior-Produkte entfernt, die das Gesicht der Schauspielerin zeigen. Eine große chinesische Kinokette kündigte an, keine Filme mit Stone mehr zu zeigen.

Dior selbst distanzierte sich daraufhin von seinem Werbetestimonial. Der Kosmetik- und Designkonzern teilte mit, angesichts der Entrüstung über Stones Bemerkung werde er in China nicht mehr mit dem Hollywoodstar werben, die Kampagne werde umgehend eingestellt. Die 50-Jährige wirbt unter anderem für die Hautpflegelinie "Capture".

Mittlerweile hat sich die Schauspielerin für ihre Bemerkung entschuldigt. In einer von Dior veröffentlichten Erklärung bot Stone ihre Hilfe für die rund 68.000 Opfer des Erdbebens im Südwesten Chinas an.
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