Digitales Bauchgefühl: Huggies macht Väter schwanger

Mittwoch, 12. Juni 2013
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Die besondere Rolle der Mütter hat Pampers-Hersteller Procter & Gamble in seiner "Danke Mama"-Kampagne für sich kultiviert. Jetzt zeigt der Wettbewerber Kimberly-Clark mit einem Marketingstunt für seine Windelmarke Huggies, dass auch die Väter beim eigenen Nachwuchs sehr emotional werden können. Um diese besondere Bindung schon vor der Geburt zu beginnen, hat Ogilvy & Mather, Argentinien, eine digitale Bauchbinde entwickelt, die die Bewegungen im Mutterleib direkt auf dem Bauch des Vaters fühlbar macht. Die Grundidee der argentinischen Agentur ist verblüffend einfach. Die Mutter trägt eine Bauchbinde, die alle Bewegungen des ungeborenen Kindes registriert und einem Punkt auf der Oberfläche zuordnet. Diese Daten werden dann zur Binde des Vaters übertragen, die mit taktilen Impulsgebern ausgestattet ist, um Berührungen zu simulieren. Durch die Übertragungen der Bewegungsintensität und der Bewegungsabläufe entsteht für den Mann die Illusion, die Bewegung seines Kindes in seinem Bauch zu erleben.

Der biologisch eigentlich unmögliche Vorgang löst bei den ersten Testteilnehmern tiefe Emotionen aus. Es ist offensichtlich, dass sie ihren Nachwuchs auf eine Weise erleben, die sie sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht annähernd hätten vorstellen können.

Der Einsatz von exzentrischen Geräten als Basis einer Werbekampagne ist in Argentiniendurchaus nicht ungewöhnlich. So überrascht beispielsweise Del Campo Nazca Saatchi & Saatchi schon seit Jahren mit selbstentwickelten Installationen für die Biermarke Andes. Auch im Fall von Huggies ist eher nicht damit zu rechnen, dass Kimberly-Clark das Schwangerschafts-Übertragungsband in nennenswerten Stückzahlen in den Handel bringen wird. cam
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