Deutsches Marketing-Barometer: Vorsichtiger Optimismus für die kommenden Monate

Freitag, 18. Mai 2012
-
-

Vielleicht ist es angesichts eines im April leicht schwächelnden Werbemarktes ein richtiges Zeichen an die Branche. Laut dem Deutschem Marketing-Barometer werden die Spendings weiter wachsen. 32 Prozent der vom Deutschen Marketing-Verband befragten Entscheider in Agenturen und Unternehmen prognostizieren eine weitere Zunahme, 55 Prozent erwarten gleichbleibende Spendings. "Die Stimmung in der Branche ist hoffungsvoll", sagt Karl Georg Musiol, Präsident des Deutschen-Marketing-Verbands. Gerade jetzt sei es wichtig, die Marketingaktivitäten kontinuierlich auszubauen. Der Aufruf könnte bei den Unternehmen auf offene Ohren stoßen. Noch läuft die Konjunktur, noch können die Marketer ihre Investitionen tätigen. Noch bewerten Auftraggeber und -nehmer die aktuelle Geschäftslage psoitiv. 44 Prozent bezeichnen die eigene Geschäftslage als gut, weitere 13 Prozent als sehr gut. Allerdings stellen sich 42 Prozent auf härtere Tage ein. Sie erwarten in den nächsten sechs Monaten einen Stillstand bei der
eigenen Geschäftsentwicklung.

Karl Georg Musiol, Präsident des Deutschen-Marketing-Verbands
Karl Georg Musiol, Präsident des Deutschen-Marketing-Verbands
Dass der Zugang zum Kunden eine der wichtigsten Größen für Wachstum ist, gehört zu den banalen Wahrheiten im Marketing. So überrascht es kaum, dass 93 Prozent der befragten Entscheider in den Marketing Clubs der These zustimmen: „Wer den besten Zugang zum Kunden hat, wird langfristig erfolgreich sein."

Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft nicht selten eine Lücke. Auf welchen Kanälen erreicht eine Marke den Kunden? Wie muss er angesprochen werden? Welche Bedüfnisse hat er? „Das Problem an dieser Herausforderung: Sie müssen alle Kanäle beziehungsweise Zugänge beherrschen, in denen sie ihre Kunden antreffen. Schließlich gilt es zu eruieren, wann, wie, wie oft und warum sich welcher Kunde in welchem Kanal befindet. Eine Zunahme an Daten und Beherrschung dieser lässt sich nicht verhindern", sagt Dirk Leibner, Key Account Manager und Programmdirektor E-Postbrief der Deutschen Post.

Sich dabei nur auf Medienkanäle zu setzen, hält Roland Scheuermeyer für falsch. „Gerade in der überbordenden Flut von Botschaften setzen wir verstärkt auf den Eins-zu-Eins-Dialog und das stationär wie online", erklärt der Leiter Kommunikation und Öffenlichkeitsarbeit bei Intersport Deutschland. Für viele in der Branche wird der kontinuierliche Kontakt mit dem Kunden zum entscheidenden Hebl für neues Wachstum. Die Erklärung hierfür ist einfach. „Weil neben inhaltlicher Kompetenz Vertrauen unter Geschäftspartnern immer noch mit eine der wichtigsten Grundlagen für langfristigen, gemeinsamen Erfolg ist. Wem man vertraut, dem vertraut man auch eine Ausweitung der Geschäftsbeziehung an", sagt Benjamin Baader, Client Service Director bei Scholz & Friends. Doch sich alleine nur auf die Kundennzugänge zu verlassen, hält Werner Bittner für riskant. Für ihn gibt es neben dem Dialog ein weiteres entscheidendes Kriterium. "Der Zugang zum Kunden hilft nichts, wenn man nicht die besten Produkte hat", sagt der Chef von Zero Eins. mir
Meist gelesen
stats