Deutscher Werbemarkt gewinnt weiter an Fahrt / China überholt Deutschland 2013

Montag, 06. Dezember 2010
Nicole Prüsse, Chairman Zenith Optimedia Deutschland
Nicole Prüsse, Chairman Zenith Optimedia Deutschland

Zenith Optimedia prognostiziert eine "nachhaltige" Erholung der weltweiten Werbewirtschaft. In ihrer aktuellen Studie "Advertising Expenditure Forecast" erwartet die Mediaagenturgruppe für die kommenden drei Jahre ein beständiges Wachstum zwischen jährlich 4,6 Prozent in 2011 sowie 5,2 Prozent in 2012 und 2013. Allerdings spricht Zenith Optimedia von einer nur "langsamen Rückkehr" des Vertrauens der Werbungtreibenden, denn im Vergleich zum Langzeitschnitt von 6 Prozent wächst der globale Werbemarkt noch immer unterdurchschnittlich. Auch für Deutschland bleibt die Agentur bei ihrer positiven Prognose, hebt sie im Vergleich zu ihrer Aussage im Oktober sogar an. Das Jahr 2010 werde der deutsche Werbemarkt mit einem Plus von 2,9 Prozent abschließen. In der Vorgängerstudie ist die Agentur noch von 2,4 Prozent Wachstum ausgegangen. Für 2011 rechnet Zenith Optimedia mit einem weiteren Plus von 2,8 Prozent. Ähnlich positiv sind die Prognosen für 2012 mit 2,5 Prozent und 2013 mit 2,1 Prozent. "Das Investitionsniveau aus der Zeit vor der Finanzkrise werden wir in Deutschland erst 2012 wieder übertreffen", so Nicole Prüsse, Chairman Zenith Optimedia Deutschland.

Nicht gerade zu Jubelausbrüchen dürfte hierzulande diese Vorhersage führen: Im Ranking der größten Werbemärkte werde es 2013 einen Wechsel unter den Top 3 geben. China wird mit einem Wachstum von satten 51 Prozent in drei Jahren Deutschland vom dritten Platz verdrängen. Die USA (plus 9 Prozent) und Japan (plus 5 Prozent) bleiben weiterhin auf den Rängen 1 und 2. Westeuropa wird um 10 Prozent wachsen, so die Prognose.

Im Vergleich der Mediengattungen weltweit gibt es einen großen Gewinner: Online-Werbung soll laut Zenith Optimedia in den kommenden drei Jahren um 48 Prozent wachsen. Ein Grund dafür seien steigende Investitionen in Display-Werbung: "Investitionen in Online-Video und Social Media sorgen dafür, dass sich der Anteil von 33,9 Prozent an den weltweiten Online-Werbeinvestitionen in 2010 bis 2013 auf 35 Prozent erhöhen wird", so Prüsse. Verlierer werden die Printmedien sein. Ihre Werbeeinnahmen sollen bis 2013 aufgrund weiter sinkender Auflagen und Leserabwanderung ins Internet um weitere zwei Prozent fallen. Während Outdoor (18 Prozent), Kino und TV (je 19 Prozent) über dem Marktschnitt von 16 Prozent bleiben, bleibt Radio mit 10 Prozent darunter. jm
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