Deutscher Medienkongress: David S. Klein glaubt an das Leitmedium Fernsehen

Montag, 17. Januar 2011
David S. Klein
David S. Klein

"Der Fernsehkonsum wächst immer noch - weltweit", so David S. Klein. Auf dem 3. Deutschen Medienkongress, der gerade in Frankfurt stattfindet, gibt der Publishing and Editorial Director der Ad Age Group einen klaren Ausblick auf 2011: Es wird ein Jahr mit wachsenden Digitalmärkten, einem starken Medium Fernsehen, jeder Menge Herausforderungen an Social Media und Technologieunternehmen als Content-Anbietern. Mobile hingegen muss noch um seinen Platz kämpfen. Denn noch sind die klassischen Medien quicklebendig: Die Werbeausgaben steigen, 2010 weltweit um 5 bis 6 Prozent. Vor allem die Märkte in China und Brasilien bieten noch Wachstumspotential, ebenso wie die Bereiche Video und Internet-Fernsehen. Leitmedium bleibt nach Kleins Ansicht weiter das Fernsehen, allerdings etablieren sich neben TV-Geräten auch Laptop & Co immer mehr als Abspielgeräte. "Die Menschen integrieren das Fernsehen in ihr tägliches Leben", so Klein.

Social Media hingegen bleibt weiterhin ein Mysterium, zumindest was den Werbeaufwand angeht. "Es ist nicht klar, ob sich Beliebtheit in sozialen Netzwerken überhaupt auf den Abverkauf auswirkt", erklärt Klein. Mobile hat zwar ein großes Potential als Werbemedium, da Mobiltelefone immer wichtiger für die Internetnutzung werden, jedoch sind die Werbeausgaben noch so gering, dass das Medium bislang kaum relevant ist. "Die Zeit für Mobile wird kommen", da ist sich David S. Klein sicher, "es wird allerdings noch ein paar Jahre dauern".

Im Kampf des "Survival of the Fittest" gilt für Medienunternehmen vor allem eines: "Wir müssen denken und handeln wie digitale Unternehmen", rät Klein den Zeitungen und Zeitschriften, "denn wir sind heute alle im Technologie-Geschäft." Die Gatekeeper-Funktion der Medien wird immer mehr von Unternehmen wie Apple oder Google übernommen, reinen Internetkonzernen, die keinen eigenen Content liefern. Aus "Content is King" sei mittlerweile "Technology is king" geworden – und das gilt auch für die Medienunternehmen. sw
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