Deutscher Medienkongress: Abgesang auf die 360-Grad-Kommunikation

Montag, 17. Januar 2011
Coke-Marketer Michael Willeke
Coke-Marketer Michael Willeke

Integrierte Kommunikation lautet mit Blick auf die digitale Werbung das Zauberwort. 360-Grad-Marketing hat wohl abgewirtschaftet. „360 Grad ist tot“ sagt bewusst provokant Thomas Strerath, CEO bei Ogilvy & Mather. 360-Grad-Kommunikation verstanden als der Versuch, Botschaften schlicht in alle Kanäle zu pumpen, sei nicht mehr zeitgemäß. „Wir müssen weg von der Penetrations-Kommunikation“, so Strerath.

Dafür findet er auf dem Agentur-Gipfel des 3. Deutschen Medienkongress, der gerade in Frankfurt stattfindet, sogar Zustimmung bei Michael Willeke, Director Marketing Communication bei Coca-Cola. „Auch als große Marke können wir uns 360 Grad kaum noch leisten“, sagt Willeke und favorisiert auch deshalb die integrierte Kommunikation.

Gefragt ist damit Werbung, die in den jeweils relevanten Kanälen – abgestimmt auf Themen, Botschaft und Zielgruppe platziert wird. Das verlange nach relevantem Content, der auf die jeweiligen Situation des Konsumenten in jedem spezifischen Kanal zugeschnitten ist, so Strerath. "Contextual relevant content" könnte demnach die kommende Parole lauten. Eine Fleißarbeit, die nach mehr Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und allen beteiligten Agenturen verlangt. „Kooperationsfähigkeit“ fordert daher Lothar Korn, Leiter Marketing-Kommunikation bei Audi, ein. Korn: „Das honorieren wir auch.“ ork
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