Deutsche zeigen geringes Interesse an neue Medientechnologien

Mittwoch, 10. April 2002

Neue Medientechnologien wie UMTS, GPRS und i-Mode stoßen bei den meisten Deutschen nur auf wenig Gegenliebe. Nur jeder vierte Bundesbürger wartet auf Geräte, die Fernsehen, Computer, Internet und Handy in sich vereinen. Die übrigen wollen lieber bei Fernsehen, Hörfunk, Zeitung und ihren alten Mediengewohnheiten bleiben. Dies belegt eine Studie des BAT Freizeit-Forschungsinstituts, in der rund 2000 Personen ab 14 Jahren nach ihren Mediengewohnheiten und ihren Medienwünschen befragt wurden.

Dabei stoßen die neuen Medientechnologien vor allem bei den Älteren auf Ablehnung. Nur jeder Vierte der 40- bis 49-Jährigen ist an einem multimedialen Vielzweckgerät interessiert. Bei der Generation über 50 Jahre sind es sogar nur 12 Prozent. Aufgeschlossen gegenüber den neuen Medientechnologien sind dagegen die jungen Deutschen: Zwei Drittel der 14- bis 19-Jährigen und die Hälfte der 20- bis 29-Jährigen würden gerne einen mobilen Alleskönner nutzen. Von den 30- bis 39-Jährigen zeigte allerdings nur noch jeder Dritte Interesse an neuen Medientechnologien.

" Die heutige SMS-Generation wird die künftige UMTS-Generation sein, die aber eine Minderheit bleibt", prognostiziert Horst Opaschowski, Leiter des BAT-Instituts. Die Medienrevolution sei daher auch keine Frage von ein oder zwei Jahren. Sie benötige vielmehr einen Zeitrum von ein bis zwei Generationen, bis sie mehrheitsfähig werde.

So bleibt auch die Rolle des Konsumenten als aktiver Gestalter und Mitgestalter von Medienprogrammen in den kommenden Jahren noch auf die Minderheit der Info- und Bildungselite beschränkt. Neben der Generation der Jüngeren sind dies vorwiegend Bundesbürger mit höherer Schulbildung, von denen jeder Zweite starkes Interesse an neuen Medientechnologien bekundete. Bei den Absolventen mit Haupt- oder Volksschulabschuss war dagegen nur jeder Fünfte interessiert.
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