Deutsche sind in puncto Werbung gelassener

Mittwoch, 08. November 2000

Die deutschen Konsumenten lehnen Werbung längst nicht mehr so kategorisch ab wie noch im vergangenen Jahr. Nicht einmal mehr 50 Prozent würden Werbung einschränken, im letzten Jahr waren es noch über 57 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt das aktuelle Kommunikationsbarometer, das monatlich von HORIZONT und dem Marktforschungsinstitut TNS-Emnid in Bielefeld durchgeführt wird. Auch verringert sich die Zahl der rigorosen Werbegegner, die Werbung gänzlich verbieten wollen, auf lediglich 6,6 Prozent der Deutschen. Auf die Frage, welche Produkte in der Werbelandschaft weniger häufig auftauchen sollten, sprach sich ein knappes Fünftel für Alkohol aus. An 2. Stelle in der retten, was vermutlich nicht zuletzt an den aktuellen Brüsseler Diskussionen liegen dürfte. Auffällig ist die deutlich erkennbare Abneigung gegen die allnächtlich stöhnenden TV-Damen, die ihre unmoralischen Angebote an den Mann bringen wollen. Der Prozentsatz derjenigen, die die 0190er Nummern verbieten möchte stieg von 2,4 Prozent im letzten Jahr auf 5,6 Prozent in diesem Jahr. Bei der getrennten Betrachtung der Ergebnisse nach Ost- und Westdeutschland ergibt sich das erstaunliche Resultat, dass sich die Bewohner im Osten offenbar durch Werbung für Damenhygiene und Tampons gestört fühlen. 4,5 Prozent fordern hier ein Werbeverbot, während im Westen niemand diese Produkte erwähnt. Mehr am Donnerstag in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT.
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