Deutsche Telekom fährt Werbeetat in Polen und Großbritannien herunter

Dienstag, 21. April 2009
Telekom-Chef René Obermann
Telekom-Chef René Obermann

Die Deutsche Telekom wird von der weltweiten Wirtschaftskrise erfasst. Wie Vorstandschef René Obermann am Dienstagmittag in einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz ankündigte, erwartet das Bonner Unternehmen, dass das bereinigte Konzern-EBITDA im Jahr 2009 um 2 bis 4 Prozent schlechter ausfallen wird als 2008. Im vergangenen Jahr hatte der magenta Riese noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 19,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dass die Prognose nun gesenkt wird, begründet der Konzern vor allem mit den ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Ausland. Während die Geschäftsentwicklung in Deutschland sogar leicht über den Erwartungen liege, mache dem Konzern die starke Konjunkturabkühlung und ein verschärftes Wettbewerbsumfeld in den USA sowie Wechselkursveränderungen in Großbritannien und Polen schwer zu schaffen. So sei in den USA der Monatsumsatz je Kunde unter anderem durch geringere Roaming-Entgelte als Folge schwächerer Reisetätigkeit zurückgegangen. Die polnische Mobilfunktochter PTC habe stark unter gestiegenen Kosten für die Kundengewinnung und dem massiven Wertverlust der heimischen Währung Zloty zu leiden. Auch die britische Tochter T-Mobile UK verzeichne erhebliche Umsatzrückgänge durch die Pfund-Abwertung von rund 21 Prozent.

Als Konsequenz hat die Deutsche Telekom für die USA, Polen und Großbritannien ein umfassendes Maßnahmenpaket verabschiedet. Während in den USA noch investiert wird - beispielsweise in den Ausbau des 3G-Netzes und in T-Mobile-Shops - soll in Großbritannien und Polen der Rotstift angesetzt werden. Einsparpotenziale sieht die Telekom vor allem in der Verwaltung und der Technik - aber auch das Marketing ist betroffen. So soll T-Mobile UK die Ausgaben für Werbung senken. Dasselbe gilt für Polen: Neben den Aufwendungen für die Neukundengewinnung und die Kundenbindung soll PTC auch die übergreifende Kosten wie Werbung reduzieren. mas
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