Deutsche Konsumenten halten ihre Finanzsituation für exzellent

Montag, 11. Februar 2013
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Es sind zarte Pflänzchen der Hoffnung, die sich langsam in der deutschen Wirtschaft ausbreiten. Am heutigen Montag hat die Bundesregierung verkündet, dass sie die Schwächephase für überwunden hält. Nielsen meldet gleichzeitig, dass Ende des vergangenen Jahres das Verbrauchervertrauen leicht zugenommen hat. Die Zeichen, so scheint es, stehen auf Entspannung. Vorbei ist die Krise allerdings noch nicht, dafür schwächelt der Rest von Europa zu sehr. Der deutsche Vertrauensindex kletterte im vierten Quartal 2012 im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um einen Punkt auf 87 Punkte und liegt damit auf dem Niveau von 2011. Damit endete der Abwärtstrend der Vorquartale. Insgesamt ist die Stimmung hierzulande besser als in den Krisenjahren 2008 und 2009. So bewerten die Deutschen ihre persönliche Situation positiver als in den beiden Vorquartalen. Laut Nielsen halten 46 Prozent ihre finanzielle Situation für gut bis exzellent. Das sind ein bis zwei Prozent mehr als in den sechs Monaten zuvor. 53 Prozent waren der Ansicht, Deutschland befinde sich in einer Rezession, das ist gegenüber dem Vorquartal ein Rückgang um fünf Prozentpunkten. Gleichzeitig könnte sich die Lust der Deutschen am Einkauf weiter verstärken, sagt Ingo Schier, Geschäftsführer von Nielsen Deutschland. „Der Staat hat die Einkommenssteuer und die gesetzlichen Rentenbeiträge gesenkt. Zudem gibt es positive Prognosen für die Entwicklung von Beschäftigung, Tariflöhnen und Preisen.“

Die zuversichtlichsten Bürger in Europa - zum Vergrößern bitte anklicken (Quelle: Nielsen)
Die zuversichtlichsten Bürger in Europa - zum Vergrößern bitte anklicken (Quelle: Nielsen)
Allerdings ist nicht alles positiv. So sagten beispielsweise 22 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie nach Abzug der Lebenshaltungskosten kein Geld mehr zur Verfügung haben. Das ist ein Plus von drei Prozent. Mehrausgaben für Lebensmittel und Energie sind dafür verantwortlich. Und so erklären denn auch 41 Prozent der Befragten, dass Sie Strom und Gas sparen wollen, auch wenn sich die wirtschaftliche Situation verbessern sollte. Und auch beim Arbeitsmarkt trübt sich das Bild ein. Zwar bewerten 45 Prozent der Studienteilnehmer die Jobsituation positiv und damit immer noch doppelt so viele wie im europäischen Durchschnitt. Dennoch sind das zwei Prozent weniger als im Vorquartal.

Global gesehen liegt Deutschland mit den 87 Punkten beim Verbraucherindex auf Platz 4, hinter Indien mit 121 Punkten, China 108 Punkten und den USA mit 89 Punkten. Nahezu dramatisch sind die Werte für Japan mit 59 Punkten. Doch auch in den europäischen Nachbarländern weitet sich der Vertrauensverlust weiter aus. Der Verbrauchervertrauensindex sank in den letzten drei Monaten des Jahres 2012  im Vergleich zum dritten Quartal um drei Punkte auf 71. In 20 von 29 europäischen Ländern sind die Werte rückläufig, in zehn Staaten bricht das Vertrauen um sechs und mehr Punkten ein. Und das sind längst nicht nur Krisenländer. Belgien verzeichnet einen Rückgang von 14 Punkten. Die Schweiz meldet ein Minus von 9 Punkten, Frankreich ebenfalls von 9, Österreich von 7 und die Niederlande ebenfalls von 7.

Anders sieht es dagegen im asiatisch-pazifischen Raum aus. Hier verbesserte sich der Index um einen auf 101 Punkte und in Lateinamerika um zwei auf 96 Punkte. In der Region Naher Osten/Afrika lag er bei 96 (minus zwei Punkte) und in Nordamerika bei 90 (minus einem Punkt). mir
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