Deutsche Bank kauft sich bei Postbank ein

Freitag, 12. September 2008
Die Deutsche Bank übernimmt knapp 30 Prozent der Postbank
Die Deutsche Bank übernimmt knapp 30 Prozent der Postbank

Die Konzentration auf dem deutschen Bankensektor geht weiter: Die Deutsche Bank kauft eine Minderheitsbeteiligung an der Postbank. Im Gegensatz zum Commerzbank-Dresdner-Deal sollen beide Marken erhalten bleiben.  Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat sich auf der Pressekonferenz am heutigen Freitag klar zu einer Mehr-Marken-Strategie bekannt. Damit dürfte es auch keine Änderungen in den Agenturbeziehungen geben. Für die Deutsche Bank arbeiten vor allem Scholz & Friends in Berlin sowie Grey in Frankfurt, für die Postbank BBDO in Düsseldorf.

"Wir wollen die Stärken beider Marken verbinden. Standortschließungen, Personalabbau oder auch eine Umstrukturierung stehen nicht zur Debatte", so Ackermann. Der Merger erfolgt in zwei Schritten: Zunächst erwirbt die Deutsche Bank für 2,8 Milliarden Euro von der Deutschen Post einen Anteil von knapp 30 Prozent an der Postbank. Zusätzlich erhält die Deutsche Bank die Option, weitere 18 Prozent zu übernehmen - dies kann bis zu drei Jahre nach dem Erwerb des ersten Paktes erfolgen.

Darüber hinaus räumt die Deutsche Post den Frankfurtern ein Vorkaufsrecht für ihre verbleibenden Aktien ein. Ackermann betont allerdings den Options-Status: Wichtig sei, dass man die Entscheidung einer Mehrheitsbeteiligung eigenständig in Bezug auf Timing und Finanzierung entscheiden könne.

Auch im Falle einer künftigen Mehrheitsbeteiligung will Ackermann nach derzeitigem Stand der Dinge nicht an der Strategie rütteln: "Eine Postbank-Kunde will Kunde bei der Postbank sein - sonst wäre er schon längst bei der Deutschen Bank. Wir sind fest entschlossen, dauerhaft eine Mehr-Marken-Strategie zu verfolgen." Das schließe auch die zur DB gehörende Norisbank ein (Agentur: NGGK, Hamburg).

Bereits am 1. September hatte die Commerzbank die Dresdner Bank geschluckt. Die Marke Dresdner Bank wird infolge des Deals von der Bildfläche verschwinden. Die Frankfurter Commerzbank arbeitet derzeit mit Scholz & Friends, Hamburg, zusammen, den Kreativetat der Dresdner Bank hält Ogilvy & Mather, Frankfurt. mir/mh
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