Deutsche Bank hält an der Marke Postbank fest

Dienstag, 14. September 2010
Das Logo der Postbank wird auch nach der Übernahme durch die Deutsche Bank erhalten bleiben
Das Logo der Postbank wird auch nach der Übernahme durch die Deutsche Bank erhalten bleiben

Die Zukunft der Marke Postbank ist gesichert. Das Logo des Bonner Finanzdienstleisters wird auch nach der Übernahme durch die Deutsche Bank erhalten bleiben. Dasselbe gilt für die rund 1100 Filialen, die genau wie die Kontonummern und die Bankleitzahl nicht angetastet werden. Das kündigte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann auf einer Pressekonferenz an. Damit ist auch klar: Die Millionen-Beträge, die das Postbank-Management seit Jahren in den Markenaufbau investiert hat, waren kein rausgeschmissenes Geld. Allein in der Zeit von Januar bis Ende August 2010 summieren sich die Brutto-Spendings des Finanzdienstleisters auf knapp 26 Millionen Euro - das ist deutlich mehr als die Deutsche Bank investiert hat. In diesem Jahr gab der Frankfurter Konzern laut Nielsen Media Research bislang nur knapp 11 Millionen Euro für Werbung aus.

Die geplante Zweimarkenstrategie des Konzerns begründet Ackermann unter anderem mit der starken Markenpositionierung der Postbank, den guten Erfahrungen mit den Zweitmarken Berliner Bank und Norisbank sowie den unterschiedlichen Zielgruppen der beiden Brands. "Postbank und Deutsche Bank ergänzen sich ideal, weil sie verschiedene Kundengruppen ansprechen", sagt Ackermann. Während die Deutsche Bank sehr stark im beratungsintensiven Geschäft sei und die "volle Palette von Premium-Produkten" offeriere, biete die Postbank ein schlankes Produktportfolio für das preissensitive Massengeschäft an. Mit der Postbank hätten Kunden künftig "noch mehr Möglichkeiten, sich innerhalb des angestrebten größeren Deutsche-Bank-Konzerns die Marke und die Produkte auszuwählen, die am besten zu ihren Wünschen und Vorstellungen passen". Ziel sei es, das große Potenzial des deutschen Marktes optimal auszuschöpfen und die Marktanteile des Konzerns noch weiter auszubauen. 

Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank
Unklar ist noch, ob sich die Übernahme auf die Agenturbeziehungen auswirkt. Die Deutsche Bank arbeitet in puncto Kreation mit Ogilvy in Frankfurt zusammen. Kreativagentur der Postbank ist BBDO in Düsseldorf. Offen ist auch die Frage, ob die Mediaetats künftig bei den Stamm-Dienstleistern bleiben oder gebündelt werden. Bei der Postbank hatte Optimedia Ende 2009 Carat verdrängt - und damit ausgerechnet jene Agentur, die bei der Deutschen Bank beinahe zeitgleich das Ruder übernahm.

Die Deutsche Bank, mit 30 Prozent bereits jetzt ein großer Anteilseigner der Postbank, hatte Anfang der Woche angekündigt, das Unternehmen komplett übernehmen zu wollen. Um sich für die Übernahme zu wappnen, beschloss die Deutsche Bank eine Kapitalerhöhung von mindestens 9,8 Milliarden Euro. Zusammen hätten die beiden Institute in Deutschland rund 24 Millionen Kunden. mas
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