Der letzte Schrei: Zalando nimmt die Männer ins Visier

Freitag, 21. September 2012
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Dass Frauen zu den größten Fans des Online-Modehändlers Zalando zählen, ist kein Geheimnis. Doch das Berliner Unternehmen will in Deutschland noch weiter wachsen und intensiviert jetzt sein Angebot für die noch unterrepräsentierten männlichen Kunden. Ab sofort bietet die Eigenmarke Zalando Collection eine eigene Männerlinie, die es ab dieser Woche online zu kaufen gibt. Dazu erscheint das neue Kundenmagazin "Zalando Men" in einer Auflage von 250.000 Exemplaren, das den Neukunden in Stilfragen helfen soll. Dazu erweitert der Händler zum Start der Herbstsaison den Männer-Bereich um zahlreiche neue Labels, wie Floris van Bommel, Superdry und Common People. Florian Jodl, Head of Zalando Men, ist überzeugt, dass Zalando allein schon durch sein digitales Vertriebsmodell eine gute Chance bei der männlichen Kundschaft hat: „Männer mögen es einfach und sind sehr Online-affin. Shopping bei Zalando ist der bequemste Weg, Trends und Marken online zu kaufen."

Für den Onlinehändler bedeutet die neue Zielgruppe allerdings ein Wechsel der etablierten und äußerst erfolgreichen Markenstrategie. Denn während bei Frauen der Modekauf tendenziell positiv besetzt ist, sind Männern mehrheitlich keine Begeisterungsschreie zu dem Thema zu entlocken. Wie Jodls Aussage verdeutlicht, sieht Zalando hier seine Chance als rationale Alternative, um den Stress durch Modekauf möglichst niedrig zu halten. Das Argument mag bei der Zielgruppe zwar stichhaltig sein, dürfte sich aber schwer in die Storytelling-Mechanik der laufenden Markenkampagne übersetzen lassen. Spannend ist auch die Frage, ob die bisher klar auf eine weibliche Kundschaft ausgerichtete Marke die nötige Authentizität unter männlichen Shoppern genießt.

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, das Zalando den Aufbau des neuen Angebots langsam angeht: "Zalando Men" ist zwar ein vollständiges redaktionelles Angebot, stellt aber angesichts der Gesamtauflage von 1,5 Millionen Exemplaren des weiblich positionierten "Zalando"-Magazins noch eher das publizistische Beiboot dar. Auch eine eigene TV-Kampagne rund um die Männermode ist derzeit nicht geplant. Sowohl die Männerlinie wie auch das neue Kundenmagazin wurden inhouse entwickelt. cam
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