Der Osterhase als Retter: Werbemarkt im ersten Quartal stabil

Donnerstag, 18. April 2013
Vor allem OoH, Kino und Radio profitierten vom Werbedruck zu Ostern (Foto: Wanja Jacob/Fotolia)
Vor allem OoH, Kino und Radio profitierten vom Werbedruck zu Ostern (Foto: Wanja Jacob/Fotolia)


Der Osterhase hat im ersten Quartal den Werbemarkt gerettet. Insgesamt haben die Unternehmen für Werbung, die einen Bezug zum Fest hatte, 50,6 Millionen Euro ausgegeben. Die Folge: Die Spendings erhöhten sich im März im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent. Damit gleicht sich das Minus der ersten beiden Monate fast aus. Mit rund sechs Milliarden Euro (Minus 0,1 Prozent) ist der Werbemarkt nach der Analyse von Nielsen auf der Bruttoseite stabil, auch im Dreijahresvergleich. 2012 hatten die Unternehmen im ersten Quartal 6 Milliarden Euro investiert, 2011 waren es im selben Zeitraum 5,8 Milliarden gewesen.
Entwicklung Bruttowerbeausgaben 1. Quartal 2013 (zum Vergrößern bitte anklicken)
Entwicklung Bruttowerbeausgaben 1. Quartal 2013 (zum Vergrößern bitte anklicken)
Vor allem Out-of-Home, Kino und Radio profitieren vom stabilen Werbedruck der Unternehmen. Die Gattungen legen alle zweistellig zu. TV wächst um 3,5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Internet hingegen verliert überraschend erneut, wenn auch nur leicht. 617 Millionen Euro bedeuten ein Minus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Weiter im Sinkflug befinden sich die Printmedien. Die Publikumstitel verzeichen einen Rückgang von 5,4 Prozent, die Zeitungen gar von 11 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2012 lag der Rückgang bei den Zeitungen laut Nielsen nur bei 4 Prozent. 

Noch auf niedrigem Niveau aber stark wachsend ist Mobile. „Auf den klaren Trend in Richtung mobiler Mediennutzung reagieren immer mehr Werbungtreibende und richten ihre Kampagnen gezielt darauf aus", erklärt René Bellack, Vice President Client Service Tele-coms Practice Group bei Nielsen Deutschland. Die Anzahl der Unternehmen, die Mobile in ihre Kampagnen einbauen hat sich gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu verdoppelt. Über 350 Werbungtreibende sind hier aktiv. Insgesamt investierten Unternehmen rund 19,3 Millionen Euro im ersten Quartal 2013 in mobile Werbung, was einer nahezu hundertprozentigen Steigerung im Vorjahresvergleich entspricht. Nach Bruttospendings sind hier vor allem der Kraftfahrzeugmarkt und Telekommunikation die Treiber.

Insgesamt aber agiert die Autobranche defensiver als im Vorjahr. 395 Millionen Euro bedeuten zwar Platz 1 im Branchenranking, aber dennoch ein Minus von 1,8 Prozent. Dagegen erhöht der Handel weiter seinen Druck. Um 6,3 Prozent haben Media-Saturn, Aldi und Co insgesamt die Spendings erhöht. Media-Markt etwa hat die Spendings um 42,4 Prozent auf 84 Millionen Euro hochgeschraubt. Bei Lidl machen sich zudem die TV-Spots im März bemerkbar. 55,1 Millionen Euro bedeuten eine Steigerung von fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Stärkster Werbungtreibender bleibt mit rund 112 Millionen Euro (Plus 0,6 Prozent) Procter & Gamble. mir
Meist gelesen
stats