Deloitte-Studie: Fußball trotzt der Krise

Dienstag, 25. August 2009
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Die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage spiegelt sich zum Teil auch in den Erwartungen der Sportbranche wieder. Zwar rechnen Experten mehrheitlich mit gleichbleibenden Umsätzen, beim Sponsoring hingegen erwartet jeder Zweite einen Rückgang - nur für die beiden Fußball-Profiligen sieht die Prognose besser aus. Insgesamt verschlechtert sich der von der Wirtschaftsberatung Deloitte veröffentlichte Deutsche Sportmarketing Index (DSMI) von 103,4 auf 90,3 Indexpunkte. Für den DSMI befragen Deloitte und das Institut für Sportmanagement ISS jährlich über 100 Vertreter von Sportorganisationen, Werbungtreibenden sowie Vermarktungs- und Medienunternehmen.

Nach den rasanten Umsatzzuwächsen der letzten Jahre erwartet die Mehrheit der Befragten für die aktuelle Saison eine Stagnation in den verschiedenen Bereichen wie Vermarktung der Medienrechte, Ticketing, Merchandising und Hospitality. Jedoch gibt es auch positive „Ausreißer": So prognostiziert immerhin ein gutes Drittel beim Ticketing einen Umsatzzuwachs zwischen 5 und 15 Prozent. Auf der anderen Seite glauben 44 Prozent der Befragten, dass es beim Sponsoring Umsatzrückgänge zwischen 5 und 15 Prozent geben wird. Das gilt insbesondere für die Profiligen außerhalb des Fußballs, während in der ersten Fußball-Bundesliga knapp drei Viertel keine negativen Auswirkungen auf das Sponsoring erwarten.

Ein vergleichbares Bild zeigt sich bei den medialen Vermarktungsrechten: Stagnation ist die vorherrschende Erwartung, doch die erste und die zweite Fußball-Bundesliga stehen ebenfalls hier am besten da. So glaubt knapp die Hälfte, dass beim Fußball leichte Steigerungen bei den TV- und Internetrechten zur nächsten Verhandlungsperiode möglich sind - diese steht allerdings erst in vier Jahren an. Bei den Mobilfunkrechten gehen sogar 58 Prozent von höheren Umsätzen für die erste Fußball-Bundesliga aus. Für die anderen Profiligen versprechen Internet und Mobilfunk Stabilität: Zwei Drittel erwarten bei Basketball, Eishockey und Handball keine Rückgänge.

„Einmal mehr zeigt sich die Sonderstellung des Sports und insbesondere des Fußballs in Deutschland. Die Clubs der DFL haben offensichtlich das Potenzial, wie bereits in der Vergangenheit wirtschaftlichen Krisen zu trotzen und ihre Erlöse auf einem hohen Niveau zu halten. Die positive Erwartungshaltung wird ebenfalls durch den neuen Dauerkartenrekord der Fußballbundesliga bestätigt", resümiert Stefan Ludwig, Senior Manager der Sport Business Gruppe bei Deloitte. mh
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