Deloitte: Gute Umsatzprognosen für deutsche Profiligen

Donnerstag, 28. Juli 2011
Die Fußball-Bundesliga ist im deutschen Profisport das Maß aller Dinge
Die Fußball-Bundesliga ist im deutschen Profisport das Maß aller Dinge

Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte hat seinen jährlichen Stimmungsbericht für das deutsche Sportbusiness herausgegeben. Der Deutsche Sportmarketing Index (DSMI), den Deloitte gemeinsam mit dem Institut für Sportmanagement der Fachhochschule Koblenz erstellt, prognostiziert für die kommenden drei Spielzeiten in allen deutschen Profiligen höheres Umsatzpotenzial als im vergangenen Jahr. "Die Erholung der deutschen Gesamtwirtschaft schlägt sich deutlich im Geschäftsklima der Sportbranche nieder", sagt Stefan Ludwig, Director der für den DSMI verantwortlichen Deloite-Unit Sport Business. "Unsere Prognose, dass sich der positive Trend im deutschen Sportmarkt fortsetzen wird, hat sich bestätigt."

Die Gründe für den Aufschwung sieht Deloitte in den Wachstumschancen im Web 2.0 sowie in einer zu erwartenden Liberalisierung des Sportwettenmarktes. Zwar wurde vor Kurzem von den deutschen Ministerpräsidenten ein Entwurf für einen neuen Glückspielstaatsvertrag ausgehandelt. Dieser wurde jedoch von der EU-Kommission wieder gekippt: Der Entwurf sei marktungerecht und nicht kompatibel mit EU-Recht. Jedoch haben einige deutsche Proficlubs - der unsicheren Rechtslage zum Trotz - bereits Sponsoringverträge mit privaten Wettanbietern geschlossen. Sollte ein neuer Glücksspielsstaatsvertrag kommen, der Werbung privater Wettanbieter uneingeschränkt zulässt, wird dies die Einnahmen der Vereine in die Höhe treiben.

Auf dem aufsteigenden Ast: Die Baskteball-Bundesliga
Auf dem aufsteigenden Ast: Die Baskteball-Bundesliga
Als größte Wachstumsmotoren erweisen sich laut DSMI - erwartungsgemäß - die 1. Fußball-Bundesliga und, etwas überraschend, die Beko Basketball Bundesliga. Grund hierfür sei die positve Zuschauerentwicklung, der Aufstieg des FC Bayern in die höchste Spielklasse sowie der "Nowitzki-Effekt", der Basketball in Deutschland nochmals gepusht habe.

Für weiteres Wachstumspotenzial sorgten laut Deloitte die neuen Medien. Zahlreiche Profivereine engagierten sich zunehmend im Web 2.0 und vermarkteten Apps. Social Media ermögliche es auch kleineren Clubs, zusätzliche Erlöse zu generieren, vermutet Professor Dirk Mazurkiewicz vom Koblenzer Institut für Sportmanagement.

Der DSMI orientiert sich am IFO Geschäftsklima-Index, der als wichtiger Frühindikator der konjunkturellen Entwicklung der wirtschaftlichen Entwickung in Deutschland gilt. Der Sportmarketing-Index basiert auf den Prognosen von Branchenexperten aus Sportorganisationen, Sponsoren sowie Vermarktungs- und Medienunternehmen. ire
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