Deal zwischen GfK und TNS droht zu scheitern

Montag, 07. Juli 2008
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Die geplante Fusion zwischen dem britischen Marktforschungsgiganten Taylor Nelson Sofres (TNS) und der Nürnberger GfK könnte Experten zu Folge an der aufgestockten Gegenofferte von WPP scheitern. Laut "Handelsblatt" stellen Analysten dem Werbekonzern WPP gute Chancen in Aussicht, die Gunst der TNS-Aktionäre zu gewinnen. Erst am vergangenen Freitag hatte Taylor Nelson Sofres das aktuelle WPP-Angebot offiziell abgelehnt und den wiederholten Vorstoß als "Störmanöver" bezeichnet. Auf mehr Gegenliebe als in der TNS-Chefetage dürfte WPP bei den Aktionären stoßen. Das jüngste und damit vierte Angebot der Holding von 260 Pence je TNS-Aktie könne im gegenwärtigen Börsenumfeld durchaus reichen, um die Aktionäre zu überzeugen, sind sich die Experten einig. Am Freitag notierten die Papiere in London bei 246 Pence.

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WPP will offenbar bis Dienstag Abend über das weitere Vorgehen beraten. Mögliche Szenarien: Der Konzern bereitet den TNS-Oberen inoffiziell ein noch besseres Angebot, er wendet sich mit einem feindlichen Angebot direkt an die TNS-Aktionäre oder zieht sich ganz aus dem Bieterrennen zurück.

TNS und GfK hatten sich Anfang Juni auf einen Zusammenschluss unter Gleichen verständigt. Mit dem Merger würde das zweitgrößte Marktforschungsunternehmen der Welt entstehen. Aus Franken kamen jüngst positive Signale: So hat der Verwaltungsrat des GfK-Vereins dem geplanten Zusammenschluss mit dem britischen Rivalen am Freitag zugestimmt. Am 21. Juli sollen noch die Mitglieder des Vereins, der rund 57 Prozent der GfK-Anteile hält, zustimmen. Dies allerdings gilt als weitaus größere Hürde. Vor allem die Angst um Arbeitsplätze treibt die Mitglieder um.
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