Datenschutz: Aigner nimmt Werbungtreibende ins Visier

Freitag, 10. Juni 2011
Ilse Aigner will den Datenschutz weiter stärken
Ilse Aigner will den Datenschutz weiter stärken

Werbungtreibende, die auf Internet-Plattformen werben, die den Datenschutz verletzen, sollen abgemahnt werden können. Über entsprechende Überlegungen aus dem Verbraucherschutzministerium von Ilse Aigner (CSU) berichtet Spiegel.de. Ein entsprechendes Gesetz würde einen Hebel bieten, um deutsche Datenschutzgesetze auch bei jenen Plattformen anzuwenden, deren Server im Ausland stehen, deren Angebote aber auch von deutschen Anzeigenkunden genutzt werden. Schließlich profitiert ein Unternehmen auf solchen Plattformen indirekt von möglichen Datenschutzverstößen, wenn beispielsweise auf Basis der Nutzerdaten gezielt Werbung platziert wird.

"Wir prüfen, ob das Datenschutzrecht in Anlehnung an das Fernabsatzrecht so gestaltet werden kann, dass jeder, der im Internet Angebote in den deutschen Wirtschaftsraum macht, sich an deutsche Regelungen halten muss", zitiert Spiegel.de einen Ministeriumssprecher.

Im Klartext: Wirbt beispielsweise ein Markenhersteller in einem Social Network, dass gegen deutsche Datenschutzbestimmungen verstößt, könnte es von einem Mitbewerber abgemahnt werden.

Werbegigant WPP hat übrigens gerade eine Liste mit rund 2000 Websites in den USA zusammengestellt, die gegen das Copyright verstoßen. Die Mediaagenturen des Werbenetzwerkes sollen anhand dieser Schwarzen Liste auf solchen Seiten keine Werbebuchungen mehr zulassen. Entsprechende Werbebuchungen erfolgen häufig über Restplatzvermarktung und automatisierte Systeme. ork
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