Das Ende der Marke Otelo ist eingeläutet

Donnerstag, 23. August 2001

Nun ist es offiziell: Arcor nimmt Otelo vom Markt. "Die Zeit einer Zwei Marken-Politik ist vorbei", erklärt Arcor-Chef Harald-Stöber auf einer Pressekonferenz auf der IFA in Berlin. Der Grund: Kostendruck. Im 1. Halbjahr 2001 habe Otelo die Preissenkungen nicht mehr durch ein entsprechendes Volumenwachstum kompensieren können.

Der Druck kommt wohl vor allem aus England vom britischen Telekommunikationskonzern Vodafone, zu dem Arcor seit der feindlichen Übernahme von D2 gehört. "Mit der Übertragung der Otelo-Geschäftsaktivitäten auf Arcor bündeln wir unsere Kräfte, um effizientes Wirtschaften sicherzustellen", erklärt Stöber. Sparziel: 100 Millionen Euro.

Das Aus von Otelo überrascht. Bei einer jüngst erhobenen Langzeitstudie der Münchner Schell-Marketing Consulting schnitt das Kölner Unternehmen hinsichtlich Service und Kundenbindung am besten ab. Arcor-Sprecher Michael Peter winkt ab: "Ich will diese Studie nicht abqualifizieren, aber es gibt zahlreiche Studien über die Telekommunikationsbranche." Markenbekanntheit und Sympathie seien unter Arcor und Otelo gleich. Zudem würden mittlerweile beide eine ähnliche Zielgruppe anvisieren.

Das Sponsoring-Engagement von Otelo mit Hertha BSC Berlin bleibt zunächst bestehen. "Wir werden alle Verpflichtungen aus dem Vertrag übernehmen" betont Peter. Gespräche mit Hertha und deren Vermarkter Ufa sollen jedoch in nächster Zeit stattfinden. Arcor engagiert sich bei der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft.

Ähnlich ungeklärt ist die Agentursituation: Für Otelo ist die Hamburger Agentur KNSK tätig, Arcor arbeitet mit Töpfer, Greenville, Crone zusammen. "Es ist im Moment noch nichts geklärt", betont Torsten Nitzsche, Management Supervisor bei KNSK. Tendenz: KNSK ist draußen. Klar ist jedoch der Abgang von Otelo-Geschäftsführer Vertrieb und Marketing, Siegfried Römer - "in beiderseitigem Einvernehmen von seiner Aufgabe entbunden".
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