Daimler-Chrysler weist Vorwürfe der EU-Kommission zurück

Donnerstag, 15. April 1999

Der Stuttgarter Autobauer Daimler-Chrysler wehrt sich entschieden gegen die Vorwürfe der EU-Kommission, die den Konzern unerlaubter Verkaufspraktiken bezichtigen. Nach Meinung des Unternehmens ergäben sich aus dem Beschwerdebrief der Kommission keine "substantiellen Anhaltspunkte für einen Wettbewerbsverstoß". Die Vorwürfe richteten sich im Kern auf rechtliche Ausgestaltungen der Vertriebsorganisationen, die seit Jahrzehnten Praxis seien, wie der Autohersteller betont. Die Kommission wirft Daimler-Chrysler vor, Verkäufe ins europäische Ausland durch Händler massiv behindert zu haben. Diese Anklage betrifft speziell die Stuttgarter Zentrale sowie belgische, spanische und niederländische Tochtergesellschaften. Sollte sich dieser Verdacht erhärten, müßte Daimler-Chrysler eine Strafe in Höhe von bis zu zehn Prozent des Konzernumsatzes zahlen. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug dieser 132 Milliarden Euro. VW hatte Anfang des letzten Jahres wegen eines ähnlichen Vergehens 200 Millionen Mark als Strafe zahlen müssen - das entspricht 0,4 Prozent des Konzernumsatzes. Und auch Opel steht eine Klage der Kommission bevor. Daimler-Chrysler verlangt daher eine Gleichbehandlung der gesamten Industrie: "Wir nehmen mit Verwunderung die Auswahl der Unternehmen zur Kenntnis, denen Vorwürfe von Wettbewerbsverstößen gemacht werden", so der Konzern.
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