DSV mit Schwierigkeiten

Montag, 17. November 2008

Dem Deutschen Schwimmverband (DSV) drohen ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Der Hauptsponsor Adidas sowie die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten stellen ihre Zusammenarbeit mit dem DSV nach Olympia und dem Teilnahmeverzicht vieler deutscher Schwimmer beim Weltcup-Finale in Frage. DSV-Präsidentin Christa Thiel sprach über die nicht sichere Vertragslage mit Addias und den TV-Sender auf dem Verbandstag in Rostock-Warnemünde von "Entscheidungen, die den Lebensnerv des Verbandes erschüttern können". Der Vertrag zwischen Hauptsponsor Adidas und dem DSV ist "nicht gesichert für die Zukunft", gab DSV-Präsidentin Christa Thiel am letzten Wochenende auf dem DSV-Verbandstag in Rostock-Warenmünde bekannt. Grund dafür sei die scharfe Kritik der Athleten an den Schwimmanzügen vor den Spielen in Peking. Am 17. November wird Thiel mit dem Sponsor über den bis Ende 2009 bestehenden Vertrag und die künftige Zusammenarbeit diskutieren. Ein vorzeitiger Ausstieg von Adidas sei nicht ausgeschlossen - der folgende Verlust von jährlich rund einer Million Euro würde für den DSV in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten bringen.

Auch mit dem Fehlen der deutschen Schwimmer beim Weltcup-Finale in Berlin am kommenden Wochenende befürchtet Thiel eine mögliche negative Auswirkung auf die Verhandlungen mit dem Sponsor sowie dem Weltverband Fina. Gefährdet seien dabei vor allem die Bemühungen des DSV mit den Fernsehsendern um die WM 2013 in Hamburg. Thiel hofft dennoch auf bessere Zeiten. Mit effizienten Strukturen soll es deutsche Schwimmsport bis Olympia 2012 in London zurück in die Weltelite schaffen.

Lutz Buschkow, Sportdirektor aller olympischer Sparten, sieht darin eine schwere Aufgabe: "Im Schwimmen hat sich der Abwärtstrend seit 1992 kontinuierlich fortgesetzt. Darüber können auch die zwei Goldmedaillen von Britta Steffen nicht hinwegtäuschen. Wir sind in großen Bereichen weit weg von der Weltelite."
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