DFL schreibt Ligaball für mindestens drei Jahre aus

Dienstag, 10. März 2009
Geschäftsführer der DFL Sports Enterprises: Robert Niemann (links) und Jörg Daubitzer
Geschäftsführer der DFL Sports Enterprises: Robert Niemann (links) und Jörg Daubitzer

Die Deutsche Fußball Liga hat heute die Details der Ausschreibung für den offiziellen Spielball der Bundesliga bekannt gegeben. Interessenten können für zwei Szenarien bieten, die sich in der Laufzeit unterscheiden. Szenario 1 liegt eine Vertragsdauer von drei Jahren zugrunde, Szenario 2 ist auf vier Jahre angelegt. Erstmals sollen die 36 Profi-Clubs in der Saison 2010/11 mit einem einheitlichen Ball kicken. Die Ausschreibung wird von der Vermarktungstochter der Liga, der DFL Sports Enterprises, durchgeführt. Mit der Einführung eines einheitlichen Spielgeräts verfolgt die DFL mehrere Ziele. Sportlich gesehen geht es darum, objektive Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Allein in der Bundesliga wird derzeit mit acht verschiedenen Bällen gespielt. Außerdem will die Liga ihr Markenprofil schärfen. Robert Niemann, Vorsitzender der Geschäfsführung DFL Sports Enterprises: „Bei internationalen Wettbewerben und in anderen Profiligen ist es Usus, mit einem einheitlichen Ball zu spielen. Das schafft zusätzliche Identifikation mit dem Wettbewerb." Zudem wolle man „noch ungenutzte Erlöspotenziale ausschöpfen". Unter- und Obergrenze der angepeilten Erlöse hat der Vermarkter festgesetzt - nennen will er sie im laufenden Bieterprozess gleichwohl nicht.

Ein Blick ins Ausland zeigt, was möglich ist: So zahlt beispielsweise Nike der Premier League Medienberichten zufolge rund sieben Millionen Euro pro Saison. In die italienische Serie A fließen - ebenso von Nike - immerhin noch rund 4,5 Millionen Euro. Puma soll Branchenkreisen zufolge der französischen Ligue 1 künftig 3,3 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Das Interesse scheint groß: Seit der Ankündigung der Ausschreibung vor rund einem Monat haben sich neun Unternehmen registriert - darunter nach HORIZONT-Informationen auch die drei Großen Adidas, Nike und Puma. Diese können ihre Gebote nun bis zum 14. April abgeben. Unter den Interessenten dürften des weiteren Ballspezialisten wie beispielsweise Derbystar sein, die bereits jetzt in der Bundesliga vertreten sind.

Einige Clubs müssen im Hinblick auf den einheitlichen Ball ihre Verträge neu justieren - darin sieht Jörg Daubitzer, Geschäftsführer von DFL Sports Enterprises, aber keine Probleme: „Die Mitgliederversammlung hat sich bereits im August 2007 ohne Gegenstimme auf den einheitlichen Ligaball geeinigt. Bis im Sommer 2010 erstmals mit dem Ball gespielt wird, sind drei Jahr vergangenen - genug Zeit für jeden Club, seine Verträge entsprechend anzupassen."

Zum Leistungsspektrum des Rechtepakets gehören neben grundsätzlichen Bestandteilen wie Produktion und Vertrieb des offiziellen Spielballs weitere Werberechte: So darf derjenige, der den Zuschlag erhält, sich künftig „Offizieller Ballpartner der Bundesliga" nennen, sich auf Liga-eigenen Plattformen wie Bundesliga.de und diversen Veranstaltungen präsentieren. Zudem kann der Hersteller den Ligaball als Lizenzobjekt vertreiben - das heißt ihn in unterschiedlichen Größen, Preisklassen und Qualitätsstufen auf den Markt bringen.

Die Ausschreibung erfolgt transparent, offen und diskriminierungsfrei - heißt im Klartext:  Bieten kann jeder, der Know-how in der Herstellung qualitativ hochwertiger Bälle hat. Zudem erhält jeder Bieter das Recht auf ein persönliches Informationsgespräch. Bei der Auswahl legt die DFL diverse Kriterien an: Neben finanziellen Maßstäben wird ein besonderes Augenmerk auf die Produktqualität sowie das Logistikkonzept gelegt. Daubitzer: „Es muss sichergestellt werden, dass der Partner in der Lage ist, alle 36 Clubs permanent mit einer ausreichenden Anzahl von Bällen zu versorgen - egal ob am Spieltag oder im Training." Zudem wird - schon im Interesse der Marke Bundesliga - das dahinter liegende Marketing- und Lizenzprogramm des potenziellen Partners genauestens geprüft.

Nach Ende der Abgabefrist spricht die DFL Sports Enterprises eine Empfehlung aus. Die finale Entscheidung liegt bei der Deutschen Fußball Liga beziehungsweise dem Ligaverband als Vertreter der Clubs. mh
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