DFL-Geschäftsführer Bender: Fünf Anstoßzeiten sind genug

Donnerstag, 28. Oktober 2010
DFL-Chef Tom Bender
DFL-Chef Tom Bender

Wie viel Kommerz darf den Fans der Bundesliga zugemutet werden? Eines der Themen, das immer noch für Unmut in den Fanreihen sorgt, ist die Entzerrung des Spieltages. Diese Entscheidung bei der letzten Rechteausschreibung war für das jetzige Erlösmodell der Liga jedoch unerlässlich, verteidigt DFL-Geschäftsführer Tom Bender auf den 16. Deutschen Sponsoringtagen in Frankfurt noch einmal diesen Schritt – und beruhigt: "Mit fünf Anstoßzeiten sind wir am Ende der Fahnenstange angekommen. Ich sehe keine Veranlassung, daran noch einmal zu rütteln." Zusammen mit weiteren namhaften Vertretern der Fußballbranche diskutierte Bender auf dem Fußball-Gipfel zum Thema "Zwischen Fanblock und VIP-Lounge: Wie die Liga Kult und Kommerz vereint". Dass der FC Bayern München, bekanntermaßen der kommerziell erfolgreichste Bundesliga-Club, seinen Fans in dieser Hinsicht besonders viel abverlangt, gibt Andreas Jung, stellvertretender Vorstand des Münchner Rekordmeisters, zu. Aber: "Auch unsere alteingesessenen Traditionsfans haben die Notwendigkeit der kommerziellen Vermarktung inzwischen akzeptiert", so Jung.

Oliver Scheel (HSV), Tom Bender, Philipp Köster, Michael Meeske, Andreas Jung, Miriam Hebben (v.l.)
Oliver Scheel (HSV), Tom Bender, Philipp Köster, Michael Meeske, Andreas Jung, Miriam Hebben (v.l.)
Auch Aufsteiger wie der FC St. Pauli müssen mit der "Marketing-Maschinerie Bundesliga" umgehen. "Ohne Kommerz geht es auch beim FC St. Pauli nicht mehr", gibt Michael Meeske, kaufmännischer Geschäftsführer des Hamburger Clubs, zu. "Aber den kommerziellen Auswüchsen müssen Grenzen gesetzt werden", so Meeske: "Presentings für jeden Eckstoß wird es bei uns nicht geben." Worauf es ankomme: Den Dialog mit den Fans aufrechterhalten und ihnen Mitbestimmungsrechte einräumen, denn gerade alteingesessene Pauli-Fans reagieren besonders sensibel auf kommerzielle Vermarktung.

Pauli habe es geschafft, damit glaubhaft umzugehen, bescheinigt Philipp Köster, Chefredakteur von "11 Freunde", dem Hamburger Kultverein. "Der FC St. Pauli hat gelernt, mit dem Kommerz zu leben. Der Club schafft es, auf dem schmalen Grat zu wandeln", so Köster. jm

Die Bilder von den 16. Deutschen Sponsoringtagen finden Sie hier.
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