"DB 2020": Die Bahn macht auf öko

Donnerstag, 12. April 2012
Facebook-Auftritt "Deutsche Bahn Konzern" für eine Woche im Klima-Look
Facebook-Auftritt "Deutsche Bahn Konzern" für eine Woche im Klima-Look


Greenpeace hat ihr kürzlich noch "grüne PR" vorgeworfen. Etwa 15 Prozent ihres Stroms beziehe die Deutsche Bahn aus Atomkraftwerken, Ökostrom nutze sie viel zu wenig. Das soll sich ändern, wie der neuen Konzernstrategie "DB 2020" zu entnehmen ist. In einem nächsten Schritt führt die Bahn die "grüne Probe-Bahncard 25" ein und ruft erstmals eine "Klima-Woche" auf Facebook aus. Die "Klima-Woche" findet vom 16. bis 20. April statt. Die Kommunikation des Umweltengagements der Bahn vollzieht sich ausschließlich auf den beiden Facebook-Seiten "Deutsche Bahn Konzern" und "DB Bahn" sowie in den internen Medien des Unternehmens. Vorrangiges Ziel des Dialogs in den Social Media sei es nicht etwa, den Absatz der neuen Rabattkarte, die bis Ende Juni angeboten wird, anzukurbeln, betont ein Bahnvertreter. Vielmehr gehe es darum, die Umweltschutzaktivität des Konzerns und seiner Geschäftsfelder bekannt zu machen. Die Bahn informiert darüber, wo und wie sie in Umweltschutz investiert, was zugleich Verständnis für mögliche Aufpreise wecken soll.

Die Kommunikation über Facebook hält Antje Lüssenhop, Leiterin PR & Interne Kommunikation in der Bahn-Zentrale, für ein "geeignetes Instrument, um die neue Konzernstrategie der DB vorzustellen und für unsere Nutzer erlebbar zu machen". Für die Darstellung, wie die Bahn Soziales und Ökologie mit den ökonomischen Anforderungen in Einklang bringen will, nutzt sie unter anderen die neue Timeline von Facebook. Das in diesem Monat gestartete Angebot gibt Unternehmen mehr Gestaltungsfreiheit beim Seitenlayout. So erhält der Auftritt der Bahn während der einwöchigen Aktion ein spezielles Titelbild und einen eigens eingerichteten Tab "Klima-Woche". Besucher können sich über den Hintergrund der Kommunikationsoffensive sowie über die Themen DB-Klimaschutzprogramm, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und innovative Technologien informieren. Das Redaktionskonzept sieht Posts auf der Pinnwand zu den Klima-Themen verschiedener Geschäftsfelder vor. Die Postings informieren unter anderem auch über den Verkaufsstart  der "Probe-Bahncard", die Ausstellungseröffnung "ScienceStation 2012 - Reiseziele Nachhaltigkeit" an verschiedenen Bahnhöfen und eine Abstimmung zu einem Schulprojekt namens "Energiesparmeister".

Der Launch der „grünen Probe-Bahncard 25", deren Preisaufschlag von vier Euro die Bahn für den Einkauf von Ökostrom verwenden will, geschieht zeitgleich zum Beginn der „Klima-Woche". Das neue Produkt ist nicht das erste klimafreundliche Angebot der Bahn. Ein Ökostrom-Ticket für Geschäftsreisende beispielsweise bietet das Unternehmen bereits seit Ende 2009 an.

Insgesamt 10,3 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht die Deutsche Bahn pro Jahr und ist damit größter Stromverbraucher in Deutschland. Der Anteil erneuerbarer Energie soll von heute 20 auf 35 Prozent im Jahr 2020 steigen. Auf seiner Bilanz-Pressekonferenz am 29. März gab das Unternehmen seine neue Strategie "DB 2020" bekannt. Die Bahn will bis dahin nicht nur ihren Umsatz auf 70 Milliarden Euro steigern und Top-Arbeitgeber werden, sondern auch Schrittmacher auf dem Gebiet Ökologie. fo
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