Corporate Governance Kommission diskutiert über Aufsichtsratsbezahlung

Freitag, 06. Juli 2007
Kündigt Verbesserungen an: Gerhard Cromme
Kündigt Verbesserungen an: Gerhard Cromme

In den nächsten Jahren will sich die Deutsche Corporate Governance Kommission verstärkt mit dem Thema Vergütung von Aufsichtsräten beschäftigen. Dies kündigte Gerhard Cromme, Vorsitzender der Regierungskommission und Vorstandsvorsitzender von Thyssen Krupp, auf der Konferenz Deutscher Cororate Governance Kodex in Berlin an. "Die Thematik wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen. Hier ist noch einiges zu verbessern", sagte Cromme. Bislang erhalten die Kontrolleure bis zu zehn Prozent des Gehaltes des Vorstandsvorsitzenden. "Wenn wir auf die Dauer qualifizierte Aufsichtsräte haben wollen, müssen wir sie ordentlich bezahlen", mahnt Cromme. Neben der Höhe beschäftigt sich die Kommission vor allem mit der Ausgestaltung der Bezahlung. Ein häufig gewähltes Modell ist derzeit eine Vergütung, die aus einem fixen und einem variablen Bestandteil besteht. "Die Mehrheit der Kommission und der Hauptversammlungen ist der Meinung, dass Vergütungen auch mit der Entwicklung des Unternehmens korrespondieren sollten", so Cromme.

Seit der Einführung des Kodex im Jahr 2002 haben viele deutsche Unternehmen die Regelungen übernommen. "Bei den DAX-Unternehmen erreichen wir inzwischen Zustimmungsquoten von fast 100 Prozent", resümiert Cromme. Im Schnitt befolgen die 30 Konzerne 78,8 der 81 Empfehlungen des Kodex.

Die Empfehlung, dass ein Wechsel von der Unternehmensspitze ins Kontrollgremium "nicht die Regel" sein soll, werde jedoch von externen Beobachtern zu starr interpretiert. Gerade bei den DAX-Unternehmen kommt dies häufig vor. "Dies hat durchaus gute Gründe: In großen weltweit tätigen Unternehmen sind fundierte Kenntnisse des Unternehmens, seiner Strukturen und Kompetenzen sowie seiner Strategie von besonders hoher Bedeutung", gibt Cromme zu Bedenken. Der Kodex schließe einen solchen Wechsel daher nicht aus oder lehne ihn grundsätzlich ab, stellt der Kommissionsvorsitzende klar. pap



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