Coppenrath & Wiese fürchtet Imageschaden

Mittwoch, 15. Januar 2003

"Irgendetwas bleibt beim Verbraucher immer haften", fürchtet Udo Voss, Sprecher des Großkonditors Coppenrath & Wiese. Um Imageschäden nach den angeblichen Vergiftungsfällen durch eine verunreinigte Torte zu verhindern, hat der Marktführer für Tiefkühlbackwaren bereits in den vergangenen Tagen ein vielseitiges Instrumentarium zur Krisenbewältigung eingeleitet. Weitere Maßnahmen, so Voss, werden derzeit diskutiert.

Noch unklar sei aber, ob sich die weitere Kommunikation auf TV, Informationen am Point of Sale oder andere Medien konzentrieren werde. Gegebenenfalls wird auch der Mediaplan für 2003 überdacht. Derzeit wird gemeinsam mit der PR-Agentur Engel & Zimmermann in Gauting, die seit 1994 mit Coppenrath & Wiese zusammenarbeitet, das weitere Vorgehen erörtert. Dies sei, so Voss, aber abhängig von den endgültigen Untersuchungsergebnissen in Hessen und Niedersachsen, die erst zum Ende der Woche vorliegen.

In Hessen hat das Sozialministerium unterdessen eine vorläufige Entwarnung gegeben, da zunächst keine bakteriellen Verunreinigungen bei einer Charge des Produktes "Feine Conditor Auswahl" gefunden wurden. Nach einem Todesfall hatte Coppenrath & Wiese das Produkt zunächst von Markt genommen und rund um die Uhr eine Hotline eingerichtet, um die Kunden über den jeweiligen Erkenntnisstand zu informieren. Auf der Homepage erscheinen Pressemitteilungen als Pop-up und Agentur und Unternehmen führen gezielte Gespräche mit der Presse. Dabei steht für Voss derzeit Aufklärung an oberster Stelle, da die Konsumenten zu pauschalen Urteilen neigten.

Die Folge sei, dass das Image aller Produkte der Marke von den angeblichen Vergiftungsfällen betroffen sei. Entsprechend verstimmt reagierte das Unternehmen auf eine Warnung des Verbraucherschutzministeriums in Nordrhein-Westfalen, die zunächst nicht den Namen des betroffenen Produkts nannte.
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