Convar sorgt für Bomben-Stimmung in Botschaften

Montag, 19. März 2012
In Kombination mit einem Wecker wurde das Archivsystem Bytepac zur Bombenattrappe
In Kombination mit einem Wecker wurde das Archivsystem Bytepac zur Bombenattrappe
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Convar Botschaft Postpaket Berlin Polizei Ralph Hensel Europa


Wenn's im Postpaket tickt, dann werden Botschaftsangehörige schon mal hellhörig. So wie am Mittwochabend in der thailändischen Botschaft und in drei weiteren Ländervertretungen in Berlin. In Zeiten des Terrors ist der Alarmknopf schell betätigt. Ticktick hat's gemacht, die Polizei rückte an, doch die vermeintliche Bombe entpuppte sich als Werbepaket des Datenrettungsspezialisten Convar. "In Zukunft verschicken wir Wecker ohne Batterie oder am besten gar keine", sagt Ralph Hensel, Senior Project Manager Europa bei Convar. Das Pirmasenser IT-Unternehmen hatte im Rahmen einer Marketingaktion 100 Testexemplare seines Festplattenarchivs Bytepac an Unternehmen, Redaktionen und Botschaften versandt. Dabei handelt sich um ein Archivsystem aus Pappkarton mit Interfacekit. Es soll dazu dienen, ohne Aufwand auch in 20 oder 30 Jahren noch an die Daten auf veralteten Festplatten heranzukommen. Convar wollte nach dem Motto "Die Zeit läuft ab" auf das Thema drohender Datenverluste aufgrund schnell veraltender Schnittstellen aufmerksam machen und packte jeweils einen Wecker mit ein.

Die Zeitmessgeräte, in Form von Kuhweckern oder auch Bob-Der-Baumeister-Weckern, und das geknotete Kabel fürs Bytepac sorgten offenbar für Bomben- und Alarmstimmung - allerdings nicht mit dem erhofften Effekt. Convar hat sich bereits bei den Empfängern und öffentlich entschuldigt und die Aktion gestoppt - ursprünglich waren weitere 900 Sendungen geplant. fo
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