Chaotisches CRM: Mangelhaft für Kundendaten-Pflege bei deutschen Unternehmen

Freitag, 22. Juni 2012
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Für den Deutschen Marketing-Verband ist die Nähe zum Kunden eines der Kernthemen des modernen Marketings. Für Kommunikationsexperten gehört der Dialog mit dem Kunden langst zum Pflichtprogramm im Marketing-Mix. Um so erschreckender sind jetzt die Daten der nicht repäsentativen Studie "Kundendaten-Qualität 2012" der Deutschen Post Direkt. Danach stieg der Anteil unzustellbarer Kundenadressen im Vergleich zu 2010 von 12,8 Prozent auf knapp 14 Prozent. Das Gegenteil sollte eigentlich der Fall sein. Mangelhaft sei die Pflege der Kundendaten in den Unternehmen, heißt es in der Studie. Nur drei von zehn untersuchten Branchen schnitten bei der Adresspflege besser ab als vor zwei Jahren. Versicherer, Banken und Automobilhersteller investieren in die Qualität ihrer Kundendaten, der Rest vernachlässigt das Qualitätsmanagement. Die Folge: Während bei den Versicherern 91,4 Prozent der Aussendungen beim richtigen Empfänger landen,  erreicht bei den Verlagen jeder fünfte Brief nicht die Zielperson. Besonders bitter: Der Handel, der bei den volladressierten Werbesendungen zu den stärksten Playern gehört, hat vor den Verlagen mit 81,5 Prozent die zweitschlechteste Auslieferungsquote. 

Die schlechten Platzierungen müssen nicht auf Ewigkeiten so bleiben, wie die Autohersteller zeigen. Die PS-Branche belegte 2010 noch den letzten Platz im Ranking, jetzt liegt sie mit einer Zustellquote von 86 Prozent immerhin auf dem 6. Platz.

Warum Adresspflege im Marketing kein Nebenbei-Geschäft sein sollte, zeigen ein paar statistische Daten. Im vergangenen Jahr haben in Deutschland sich 1850 Ortsnamen geändert, gab es bei 45.000 Straßen-Namen Veränderungen. Zudem veraltern jährlich Adressen durch acht Millionen Umzüge, 840.000 Sterbefälle, 370.000 Hochzeiten und 190.000 Scheidungen. mir
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