Chaos um E 10: Aral bietet wieder Super-Benzin an

Freitag, 08. April 2011
Bei Aral ist ab sofort wieder "alles super"
Bei Aral ist ab sofort wieder "alles super"
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Aral Ökokraftstoff E10 BP plc. ADAC Stefan Brok OMV


Das Chaos um die Einführung des Ökokraftstoffs E 10 geht in die nächste Runde. Während Shell seit vergangener Woche eine Versicherung gegen Schäden durch E-10 an den Tankstellen promotet, fährt Wettbewerber Aral einen anderen Kurs. Die BP-Tochter verkündet heute, dass sie wieder flächendenkend Super-Benzin an ihren Zapfsäulen anbieten wird. Mit der Rückkehr zum 95-Oktan-Kaftstsoff reagiert das Bochumer Unternehmen auf das Verbraucherverhalten. "Die Mehrheit der Autofahrer bevorzugt derzeit noch die Kraftstsoffsorte Super 95", begründet Aral-Chef Stefan Brok die Entscheidung. Als Aus für E 10 will Aral die Maßnahme allerdings nicht verstanden wissen. Das Unternehmen unterstütze nach wie vor die Einführung von Kraftstoffen mit höherem Biokomponentenanteil. Aral erwartet, dass die Autofahrer langfristig den Ökosprit akzeptieren. 

Mit der Rückkehr zum Super-Benzin an allen 2500 Aral-Tankstellen versucht Aral allerdings wohl auch einem juristischen Scharmützel zu entgehen. Der ADAC hat die blau-weiße Marke ebenso angezeigt wie die Wettbewerber Shell, Jet, BP und OMV. Dem größten deutschen Automobilclub stößt es sauer auf, dass die Konzerne mit der E10 Einführung den herkömmlichen Kraftstoff Super aus ihrem Sortiment genommen hatten. Nach der Auffassung des ADAC verstoßen sie damit gegen die Bestandschutzregelung der 10. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Danach müssen die Tankstellen, die den neuen Bio-Kraftstoff Super E10 anbieten, auch einen Super-Kraftstoff mit 95 Oktan (E5) vorhalten.

Die Klage wird von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner unterstützt. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte die CSU-Politikerin: "Ich hätte mir gewünscht, dass die Mineralölindustrie den Biokraftstoff E10 ebenso offensiv und positiv bewirbt wie andere Produkte." Gleichzeitig gibt sie den Herstellern eine Mitschuld an der verfahrenen Situation. „Auch die Automobilindustrie hätte von Anfang an besser über die Eignung von E10 aufklären müssen."  Die Mineralölindustrie sieht die Klage trotz der ministerialen Unterstützung allerdings gelassen. Sie sieht ihr Angebot gesetzeskonform. mir
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