Capri Sonne launcht erstmals Bio-Angebot

Montag, 11. April 2011
Capri-Sonne macht auf Bio
Capri-Sonne macht auf Bio

Capri Sonne ist so etwas wie der Klassiker unter den Kindergetränken. Jetzt bringt die Marke aus Eppelheim erstmals ein Öko-Produkt auf den Markt: die Bio-Schorly. Ab Mai steht der neue Trinkpack mit Schraubverschluß in Bioläden, Drogerien und ausgewählten Lebensmitteleinzelhändlern. Mit dem neuen Produkt reagiert Capri Sonne zum einen auf das größere werdenden Bedürfniss nach Bioangeboten. Zum anderen hofft man so, neue Zielgruppen zu erschließen. Einen Big Bang mit TV-Kampagne wird es für das Bio-Getränk im 250 Mililiterbeutel allerdings nicht geben. "Wir führen das neue Angebot sanft in den Markt ein", sagt Eike Buschmann. So setzt der neue Marketing Director Germany und Europe, der seit Juli 2010 für Capri Sonne arbeitet, vor allem auf die Zusammenarbeit mit Schulen, Lehrern, Schulcaterern, Elternverbänden und Biomärkten wie Tegut. Printanzeigen und die Fanpage auf Facebook mit ihren 94.000 Fans flankieren dabei die Multiplikatorenstrategie. 

Ein Abgesang auf die Werbung ist die Entscheidung aber nicht. Capri Sonne wird weiter im TV zu sehen sein. Anfang Mai startet eine Imagekampagne, in deren Mittelpunkt eine Mutter stehen wird. Doch wer jetzt gleich die Klischeeschublade rauszieht, könnte sich irren. Vielmehr soll der Spot, den Stammbetreuer Oelenheinz & Frey mit Sitz in Mannheim kreiert, mit Augenzwinkern und Überraschungen arbeiten.  Im Tag-on weist die Marke, die im vergangenen Jahr weltweit 7 Milliarden Beutel verkauft und einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielt hat, auf die nächste Neuerung hin. Die Klassiker der Kultmarke, die Sorten Apfel und Orange, bietet die Tocher der Wild Werke künftig in einer zuckerreduzierten Variante an. Ganz nebenbei hat der klassische Trinkpack ein neues Design erhalten. Unter anderem soll die Schrift besser lesbar sein und das Logo nun von einem satteren Hintergrundblau strahlen.

Die Innovationen und das Redesign haben einen klaren strategischen Hintergrund. Zwar ist Capri Sonne bei den fruchthaltigen Getränken mit einem Marktanteil von 32 Prozent unangefochtene Nummer 1. Gleichwohl machen Geschäftsführer Carsten Kaisig die geburtenschwachen Jahrgänge schon etwas Sorgen. Mit dem Erschließen neuer Zielgruppen und Märkte will er hier gegensteuern.

So hat Capri Sonne am vergangenen Freitag in Brasilien sein erstes Werk eröffnet. Zudem will Kaisig auch Indien als Markt erschließen. Allerdings könnten die steigenden Rohstoffpreise die Expansionspläne gefährden und die Gewinne weiter abschmelzen. "Wir sind dadurch stark unter Druck", sagt der Manager. So hat sich etwa der Einkaufspreis für Orangensaftkonzentrat in den vergangenen Monaten verdoppelt, die Kosten für andere Saftkonzentrate sogar verdreifacht.

Die Preissteigerung will das Eppelheimer Unternehmen allerdings nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben. "Wir können für die 'Capri Sonne' auf dem Schulhof doch nicht plötzlich einen Euro statt bislang 50 Cent verlangen", sagte Kaisig. Damit dürfte er recht haben - mit dem Status des Klassikers bei den 6 bis 12-jährigen wäre es dann ziemlich schnell vorbei. mir
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