CMA offenbar vor Werbestopp

Mittwoch, 04. Februar 2009
Die Agrar-Marketer stehen vor dem Aus
Die Agrar-Marketer stehen vor dem Aus

Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) zieht nach dem gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts offenbar die Reißleine bei den Werbeausgaben: Verbände der Agrarindustrie und Brancheninsider rechnen nicht damit, dass die aktuellen Kampagnen der CMA nach der Entscheidung weiter laufen werden. Die Richter hatten die Finanzierung der Agrarmarketing-Institution über Zwangsabgaben von Landwirten und Unternehmen am Dienstag überraschend für verfassungswidrig und nichtig erklärt.  Erst vergangene Woche hatte die CMA einen aufwendigen Auftritt der Agenturgruppe Heye & Partner an den Start geschickt, der die Qualität deutscher Fleischprodukte betont. Beim Verband der Fleischwirtschaft erwartet man nun ein schnelles Ende für den aktuellen TV-Spot und Printmotive, die Ende Februar kommen sollten. "Die Kampagne ist auf eine nachhaltige Wirkung angelegt und sollte zunächst zwei Jahre laufen. Jetzt wird sie vermutlich in Kürze abgebrochen", heißt es bei den Bonner Lobbyisten.

Ebenfalls für den Jahresanfang von der CMA angekündigt ist eine Imageoffensive für Milch - doch ob die auf Print, Online und PR fokussierte Kampagne aus dem Hause Scholz & Friends wie geplant stattfindet, ist fraglich.  "Die CMA wird jetzt jede Kostenverpflichtung auf null stellen", erwartet der Geschäftsführer eines Agrar-Verbandes, dessen Mitglieder bislang ebenfalls an die Marketing-Gesellschaft gezahlt haben. Ein Sprecher der CMA kündigte für den Nachmittag gegenüber HORIZONT.NET weitere Informationen darüber an, welche Konsequenzen das Urteil der Verfassungsrichter für die Werbepläne der Bonner Organisation hat. Das Budget wird in Branchenkreisen auf ein Volumen von 20 Millionen Euro geschätzt, ein Teil davon stammt aus Fördertöpfen der EU. 

  Bei den Agenturen, die für die CMA arbeiten, gibt man sich vorerst gelassen. So erklärt ein Sprecher der PR-Agentur Print, die zusammen mit ihrer Schwester Heye & Partner die aktuelle Kampagne für Fleisch und Fleischerzeugnisse entwickelt hat, dass man bislang keine Signale für einen Stopp der Werbung erhalten habe. Auch bei der Agentur Trio & Kölner, die im Auftrag der CMA für das QS-Prüfzeichen Fleisch wirbt, geht man von einer Fortsetzung der Kampagne aus. Dort heißt es, dass die Finanzierung des Auftritts bis August dieses Jahres gesichert sei. Zudem weist die Agentur darauf hin, dass es sich um eine von der Europäischen Union kofinanzierte Kampagne handelt und demnach nicht nur CMA-Gelder eingesetzt werden. Ähnlich verhält es sich auch bei der Milch-Kampagne der CMA, die von Scholz & Friends entwickelt wird. Bislang war von der Agentur keine Stellungnahme zum Thema zu erhalten. 
 
Meist gelesen
stats