CEOs beklagen Preisverfall

Dienstag, 19. Januar 2010
-
-

Die Botschaft in den Markt ist eindeutig: Mit Preis allein ist kein Wettbewerb zu gewinnen. Darüber war sich die CEO-Runde beim 2. Deutschen Medienkongress in Frankfurt einig. Thomas Ebeling, CEO Pro Sieben Sat1 Media, brachte seine Beobachtung auf den Punkt. „Ich habe selten in einer Industrie so einen Preisverfall erlebt." Der Manager weiß, wovon er spricht. Er kennt die Konsumgüterindustrie genauso wie die Pharmabranche. Um endlich wieder neue Akzente zu setzen, fordert er die Marktteilnehmer auf, weniger über die Kosten zu reden als stärker über Qualität und Umfelder.

Für Peter Figge ist dieser Ansatz eine Möglichkeit, der Preisspirale zu entkommen. „Der Preiskampf rächt sich für alle", sagt der scheidende CEO von Tribal DDB
und HORIZONT-Agenturmann des Jahres 2008. Die Telekommunikationsindustrie
sei dafür das beste Beispiel. Zwar profitierten die Kunden vom Absenken der
Telefontarife, die Unternehmen dagegen befänden sich in einem „brutalen Wett
bewerb."

Und der wird im Handel nicht weniger hart geführt. Teilweise ohnmächtig müssen Markenartikler zusehen, wie sich Lebensmittelhandel und Discounter in der
Jagd auf Kunden aberwitzige Preisrunden liefern, unter Einbußen von Margen.
„Die Deutschen gehen immer zuerst auf den Preis", sagte Nestlé-Deutschlandchef Gerhard Berssenbrügge. Dennoch versucht sich der weltgrößte Lebensmittelhersteller diesem Verhalten zu entziehen, indem er auf Innovationen, qualitative Waren
und eine durchdachte Preispolitik setzt - und auf antizyklische Werbung.

Aus der Bedeutung von Werbung macht daher auch Air-Berlin-Chef Joachim Hunold keinen Hehl. Aber er bestreitet nicht, dass er die Chance nutzt, die ihm Vermarkter und Medien derzeit bieten. „Wir haben im vergangenen Jahr mehr Werbung für das gleiche Geld geschaltet." Dabei ist für ihn weniger entscheidend, ob eine Kampagne Kreativpreise einfliegt. Den Erfolg von Werbung misst er an einer einzigen Komponente: „Ob sie Passagiere auf den Flieger bringt oder nicht." mir
Meist gelesen
stats