CDU macht Bundeskanzler zum Verbrecher

Mittwoch, 24. Januar 2001

"Unanständig" nennt SPD-Fraktions-Chef Peter Struck die CDU-Kampagne zur Rentenreform (Agentur: Hagenhoff und Graef). Als "geschmacklos" stufen sie die Grünen ein. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering meint, CDU-Chefin Angela Merkel "drehe durch". Selbst FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle meint, den politischen Gegner als Straftäter zu kriminalisieren sei "kein guter politischer Stil". Bundeskanzler Schröder, von der Christen-Partei durch die Fotoaufnahmen von rechts, mitte und links in die Nähe von Verbrechern gerückt, spricht von einer "infamen Kampagne". Unterdessen wächst bei der CDU die Freude über die empörten Reaktionen der einmaligen Plakataktion, da sich die finanziell notorische klamme Partei keine groß angelegten Kampagnen leisten kann. Das Motiv sei nicht für den Flächeneinsatz gedacht, so Michael Thielen. Der CDU-Medien-Chef kündigte an, weitere Plakate in ähnlichem Stil entwickeln lassen zu wollen.
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