Bundesliga kehrt mit siebtem Rekordergebnis in Folge in die Gewinnzone zurück

Mittwoch, 25. Januar 2012
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat heute in Frankfurt die Zahlen des Bundesliga Reports 2012 bekannt gegeben. Die 36 Vereine und Kapitalgesellschaften des Ligaverbandes haben in der Saison 2010/11 den siebten Umsatzrekord in Folge erzielt. Der deutsche Profifußball erwirtschaftete insgesamt 2,23 Milliarden Euro, auf die Bundesliga entfielen davon rund zwei Milliarden Euro. Dieses Ergebnis bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 10 Prozent. In aller Bescheidenheit wollte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, die wirtschaftlichen Ergebnisse der abgelaufenen Spielzeit verkünden: "Ich habe heute keine rosarote Brille auf", so Seifert. Was der DFL-Chef jedoch zu sagen hatte, erfüllte ihn sichtlich mit Stolz. In allen zentralen Einnahmekategorien verzeichnet der deutsche Profifußball Zuwächse. So entfallen jeweils rund 27 Prozent des Erlöses auf Einnahmen aus TV und Werbung, rund 21 Prozent sind Spieleinnahmen. Besonders erfreulich: Beim Ergebnis nach Steuern stehen unter dem Strich 52,5 Millionen Euro zu Buche. Damit kehrt die Bundesliga nach einer schwierigen Spielzeit 2009/10 mit Verlusten von 78 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Weil die Proficlubs ihre Verbindlichkeiten weiter begrenzen konnten - 12 der 18 Bundesliga-Clubs schreiben schwarze Zahlen - rechnet Seifert auch weiterhin mit einem Aufwärtstrend. Sorgenkind bleibt die 2. Bundesliga: Zwar konnte die zweithöchste deutsche Spielklasse ihre Verluste gegenüber der abgelaufenen Spielzeit verringern. Dennoch macht die 2. Bundesliga ein Minus von 18,9 Millionen Euro.

DFL-Chef Christian Seifert
DFL-Chef Christian Seifert
"Die von den Clubs im August 2010 beschlossenen Maßnahmen zu einer verbesserten Kostenkontrolle haben Früchte getragen. Der Profifußball hat damit weiterhin gute Aussichten, eine Erfolgsgeschichte zu bleiben, zumal die Bundesliga bei Fans, Sponsoren und Medienpartnern so populär wie nie zuvor ist", sagt Seifert. Für die laufende Saison rechnet der Ligachef mit einem "moderaten Wachstum", womöglich sogar jenseits der 2-Milliarden-Grenze.

Dass die Bundesliga die Werbeeinnahmen wieder steigern konnte (rund 523 Millionen Euro), führt Seifert auf den Premium-Status des Produkts zurück: "Krisenzeiten sind Marktführerzeiten. Die Unternehmen suchen sich dann Umfelder mit hoher gesellschaftlicher Relevanz." Zudem stellten die Clubs der Bundesliga eine entsprechend hochwertige Infrastruktur an Werbeträgern zur Verfügung, insbesondere mit ihren Stadien.

Derzeit sicherlich größte Herausforderung der DFL ist die Vermarktung der nationalen Medienrechte. Seifert hatte bereits zu Protokoll gegeben, die Einnahmen aus dem Verkauf der Verwertungsrechte an der Bundesliga steigern zu wollen. Die Voraussetzungen dafür sieht Seifert gegeben, besonders im Bereich Bezahlfernsehen: "Pay-TV hat in Deutschland absolut einen Markt und kann auch profitabel betrieben werden." Zudem sucht man nach weiteren Erlösmöglichkeiten: Ein denkbares Szenario ist, dass die DFL die Vermarktung der Medienrechte am DFB-Pokal vom Deutschen Fußballbund übernimmt.

Verbesserungspotenzial sieht Seifert noch beim Thema Auslandsvermarktung. "Hier haben wir bestimmt 10 Jahre Aufholbedarf." Der DFL-Chef erwartet jedoch auch auf diesem Gebiet eine erfreuliche Entwicklung und kündigte eine Reihe von Maßnahmen an, um die Auslandsvermarktung der Bundesliga weiter voranzutreiben. ire
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