Bundesliga-Umsatz sprengt Zwei-Milliarden-Grenze / Gewinn bricht ein

Mittwoch, 27. Januar 2010
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

In der Saison 2008/09 war die Welt noch schwer in Ordnung - jedenfalls in der Fußball-Bundesliga. Den Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise konnte der deutsche Profifußball bis dato weitestgehend unbeschadet überstehen. Der Umsatz aller 36 Profi-Clubs der 1. und 2. Fußball-Bundesliga kletterte in der Spielzeit auf den Rekordwert von 2,03 Milliarden Euro - erstmals in der Geschichte der Bundesliga konnte die Zwei-Milliarden-Marke passiert werden. „Die Bundesliga präsentiert sich auch in Krisenzeiten robust", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert anlässlich der Präsentation der Zahlen in Frankfurt. „Gleichwohl waren erste Anzeichen der Wirtschaftskrise zu spüren." So fiel das Umsatzwachstum mit 5,3 Prozent deutlich geringer aus als in der Vorsaison (10,7 Prozent).

Auch das Ergebnis ging zurück. Rund 11 Millionen Euro erlösten die Clubs nach Steuern - 2007/08 waren es mit 24,5 Millionen noch mehr als das Doppelte. Runtergebrochen auf die Vereine heißt das: nur noch 16 Clubs machten im Berichtszeitraum Gewinn, im Vorjahr waren es noch 24. Seifert begründet die Entwicklung mit dem Mehraufwand für Spielertransfers und die Nachwuchsleistungszentren.

Einen Blick voraus wagte der von HORIZONT SPORTBUSINESS zum „Player des Jahres 2009" gekürte Manager auch: „Wir haben im deutschen Profi-Fußball ein Umatzniveau erreicht, auf dem nicht mehr die gleichen Steigerungsraten wie in der Vergangenheit möglich sind." Wenig Wachstumspotenzial sieht er im Bereich der Zuschauer- und Werbeerlöse, weil die Stadien sowohl auf den Rängen als auch den Banden nahezu ausgelastet seien.

Potenzial hingegen verspreche die Kategorie Medienerlöse, „kurzfristig mehr im Aus- als im Inland". Aber auch in Richtung nationaler Medienmarkt sendet er ein Signal: „Unsere Marktforschung geht davon aus, dass Deutschland auf jeden Fall mehr als drei Millionen Pay-TV-Abonennten hergibt". Und dies ungeachtet alternativer Verbreitungswege wie sie die Telekom mit T-Home nutzt. Eine genaue Zahl will Seifert freilich nicht nennen, „sonst muss sich unser Partner Sky morgen daran messen lassen". mh

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