Bundesjustizministerin will Marken schützen

Freitag, 21. Mai 2010
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Es war der Versprecher des gestrigen Abends im Cafe Moskau in Berlin. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wünschte den anwesenden Mitgliedern des Markenverbands viel Spaß bei der folgenden "Jahresbetankung". Die rund 700 Gäste nahmen es mit Humor. Der unfreiwillige Versprecher der FDP-Politikerin beim Get together am Vorabend der traditionellen Jahrestagung des Markenverbandes mutierte zum Running Gag in den Gesprächen. Es war ein heiterer Auftakt, der etwas von dem veränderten Klima in der Branche widerspiegelt. Statt im Jammern zu verharren, geht der Blick wieder nach vorne.  Das liegt wohl auch an den Genen der Branche. "Marken geben Orientierung und Sicherheit", verkündete schließlich Markenverbandspräsident Franz-Peter Falke. Regulierungswut und Verbote seien da eher hinderlich.

Einen Ball, den die Justizministerin gerne aufnahm. In ihrer sehr politischen Rede ließ sie so ziemlich kein Thema rund um die Markenwelt aus. Werbeverbote, Markenschutz, internationales Recht und natürlich Euro- und Finanzkrise. 45 Minuten, ohne ein "Ähm", wie es ein Zuhörer bemerkte. 45 Minuten, die aber auch ein wenig an Wahlkampf und fröhliches Themenhopping erinnerten.

Immerhin sicherte die Ministerin der versammelten Markenwelt zu, dass sie nichts von weiteren Werbeverboten hält. Weder will sie eine Ampel bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln, noch will sie weitere Einschränkungen in der Kommunikation mit dem Kunden. "Wir setzen auf den informierten Verbraucher, dass er die für ihn richtigen Entscheidungen treffen wird", sagte Schnarrenberger. Und auch die Zusage, sich noch stärker für den Markenschutz einzusetzen, stieß bei den versammelten Unternehmensvertretern auf Wohlwollen. So kündigte die Liberale an, dass Deutschland dem Vertrag von Singapur zum Markenrecht aus dem Jahr 2006 beitreten wolle. Zudem bedauerte Leutheusser-Schnarrenberger, dass die Verbraucher nach wie vor die Gefahren von gefälschten Produkten unterschätzten.  "Gefälscht ist gefährlich", lautete ihre Botschaft an die Konsumenten. mir
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