Bundesdrogenbeauftragte fordert Aus für Zigarettenwerbung

Mittwoch, 28. Dezember 2011
Mechthild Dyckmans sagt Zigarettenwerbung den Kampf an
Mechthild Dyckmans sagt Zigarettenwerbung den Kampf an

Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, unterstützt Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner bei deren Forderung nach einem Verbot von Plakatwerbung für Zigaretten. Im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" sagte Dyckmans, zu dieser Frage befinde man sich derzeit in einem "internen Abstimmungsprozess". Die FDP-Politikerin stößt sich vor allem daran, dass Heranwachsende auf OoH-Werbemitteln und im Kino nach wie vor mit Zigarettenwerbung in Berührung kommen. "Insbesondere bei der Plakataußenwerbung ist ein Werbeverbot im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes aus meiner Sicht wünschenswert", so Dyckmans gegenüber der "FR".

So konform die Bundesdrogenbeauftragte mit Aigners Ministerium geht, so sehr dürfte Ärger mit ihrer eigenen Partei vorprogrammiert sein. Martin Lindner, Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hatte rigoroseren Werberichtlinien Mitte Dezember eine klare Absage erteilt: "Von einem kompletten Tabakwerbeverbot hält die FDP-Bundestagsfraktion gar nichts. Denn für legal hergestellte und vertriebene Produkte muss auch geworben werden dürfen. Ein vollständiges Werbeverbot greift jedoch in den Kern des Schutzbereichs der verfassungsrechtlich verbürgten Kommunikationsfreiheit der Unternehmen ein", so Lindner.

Hierzulande gilt bereits seit 1974 ein Werbeverbot für Tabak in TV und Hörfunk. In Publikumstiteln ist Zigarettenwerbung ebenfalls untersagt, lediglich in der Fachpresse darf noch geworben werden. Zudem herrscht ein Sponsoringverbot von TV-Sendungen und Großveranstaltungen, das auch für Online-Präsenzen gilt. ire
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