Bundes-Agrarministerin Aigner kritisiert Lebensmittelwerbung

Mittwoch, 18. Januar 2012
Bundes-Agrarministerin Ilse Aigner (Bild: Matzerath / BMELV)
Bundes-Agrarministerin Ilse Aigner (Bild: Matzerath / BMELV)

Dass viele Konsumenten den Produktionsmethoden in der Landwirtschaft kritisch gegenüberstehen, sei die Schuld der Lebensmittelwerbung, gab Bundes-Agrarministerin Ilse Aigner in einem Interview mit "Die Welt" zu Protokoll: "Lebensmittelhersteller erzeugen ein Zerrbild, wenn sie ausschließlich mit romantischen Motiven für ihre Produkte werben: Mit Kühen vor Alpenpanoramen, niedlichen Küken im Stroh oder Mägden, die gusseiserne Milchkannen über den Hof tragen." Das bediene die Wunschvorstellung vieler Verbraucher. In dem Interview im Vorfeld der Berliner Lebensmittelmesse Grüne Woche kündigte Aigner auch an, sich für eine Weiterentwicklung der europäischen Kennzeichnungsstandards für Lebensmittel einsetzen zu wollen: "Ich trete dafür ein, EU-weit einheitliche Kriterien für eine tierschutzgerechtere Nutztierhaltung weiterzuentwickeln und eine entsprechende Tierwohlkennzeichnung einzuführen. So können die Verbraucher künftig selbst Einfluss auf die Haltungsbedingungen nehmen."

Nach Ansicht der Ministerin ist das Konsumverhalten der Verbaucher wesentlich, um weitere Verbesserungen in der Tierhaltung voranzubringen. So habe der Handel Eier aus Käfighaltung ausgelistet, weil die meisten Verbaucher diese nicht mehr akzeptierten. Aigner: "Sie allein entscheiden über den Erfolg oder Misserfolg eines Produkts oder einer Geschäftsidee. Mit ihrer Nachfrage können die Verbraucher auch bestimmte Produktionweisen fördern." Dazu seien allerdings verlässliche Kennzeichnungen der Produkte notwendig, um sich im Supermarkt orientieren zu können. cam
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