Bundaberg Rum nimmt eigene Markengeschichte auf die Schippe

Dienstag, 09. Oktober 2012
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Zu den wertvollsten Stärken, die eine Marke heute haben kann, gehört eine lange und spannende Geschichte. Wie die aktuelle Kampagne der australischen Spirituosenmarke Bundaberg Rum zeigt, muss man diese allerdings auch wirklich gut erzählen können. Der Traditionsrum, der mit dem Markenclaim "Original thinking, original rum" wirbt, liefert in dem Werbeauftritt eine vergnügliche Geschichtsstunde, die sich gründlich über das allzu bedeutungsschwangere Zelebrieren von Markenhistorie lustig macht.
Der von Leo Burnett, Sydney, kreierte Spot wirkt fast wie ein Gegenentwurf zu den Markenkampagnen vieler traditionsreichen Whisky-Marken, die ihre historischen Wurzeln gerne zum bedeutungsschwangeren Symbol einer Lebensphilosophie hochstilisieren. Mit seiner Entstehung um 1885 kann auch der im Diageo-Konzern angesiedelte australische Rum auf eine lange Geschichte zurüchblicken, allerdings macht der aktuelle Spot überdeutlich, dass die akkurate Überlieferung der damaligen Ereignisse möglicherweise unter der Herstellung des Rums gelitten haben könnte.

Denn Bundaberg verdankt seiner Entstehung dem ganz pragmatischen Problem, dass die örtlichen Zuckermühlen nach einer Verwertungsmöglichkeit für die bei der Arbeit anfallende Melasse suchten. Wie die Entscheidungsfindung damals ausgesehen haben könnte, zeigt der Spot in seiner ersten Hälfte. Doch jede Geschichte verändert sich natürlich durch die blumigen Ausschmückungen ihrer Erzähler. In der zweiten Hälfte des Spots - viele Neuerzählungen später - erstrahlen die Gründerväter dann schon in einem deutlich heroischeren Licht. Dass sich die Ereignisse so nicht zu getragen haben, kann den Bundaberg-Fans allerdings herzlich egal sein. "History is in the making, not in the telling", lautet die Botschaft zum Schluss. cam 
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