Budget-Umschichtung: Adidas macht das Internet zum Leitmedium

Freitag, 26. November 2010
Adidas-Vorstand Erich Stamminger
Adidas-Vorstand Erich Stamminger

Adidas schichtet sein Werbebudget um. Der Sportartikelriese aus Herzogenaurach will in Zukunft den Löwenanteil seines Etats in Onlinewerbung stecken. Printanzeigen und TV-Spots werden nur begleitend gebucht. Das sagte Adidas-Vorstand Erich Stamminger dem "Handelsblatt". "Das Gros unserer Kommunikation läuft über digitale Kanäle. Die klassischen Medien hingegen sind lange nicht mehr so wichtig wie früher", zitiert das Blatt Stamminger. Profitieren werden vor allem soziale Netzwerke. Vor allem dort sollen die Adidas-Kampagnen künftig zu sehen sein.

Für Facebook, Youtube und Co ist das eine gute Nachricht, denn der Werbeetat von Adidas kann sich sehen lassen. Den Angaben zufolge steckt der Konzern jedes Jahr überdurchschnittliche 13 Prozent seines Umsatzes in Kommunikation. Allein in diesem Jahr kommen mehr als 1,5 Milliarden Euro zusammen.

Die Neugewichtung bei den Spendings begründet Adidas mit den Interessen und den medialen Nutzungsgewohnheiten seiner jungen Kernzielgruppe, den 14- bis 19-Jährigen. Diese verbringen täglich viel Zeit in sozialen Netzen - gleichzeitig geht die Nutzung klassischer Medien wie TV und Print kontinuierlich zurück.

Adidas ist nicht der einzige Konzern, der seine Werbespendings drastisch zugunsten des Internets umschichtet. Erst kürzlich hatte die Allianz angekündigt, ihr Online-Budget zu verzehnfachen - zulasten von Print. Auch Kodak hatte kürzlich angekündigt, seine Online-Spendings massiv anzuheben. mas
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